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Noch ist die Zeit der Seitenhiebe nicht vorbei

Von MATTHIAS NIEWELS, 09.01.06, 17:55h, aktualisiert 10.01.06, 19:01h

Bergisch Gladbach - Der Bürgermeister will Heidi Klums Verdienste für Bergisch Gladbach „anerkennen“ - und den Streit zwischen Vater und Stadt beenden. Gestern sagte er im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“: „Ich möchte diesen Ärger so unaufgeregt wie möglich aus der Welt schaffen.“

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Der Bürgermeister will Heidi Klums Verdienste für Bergisch Gladbach „anerkennen“ - und den Streit zwischen Vater und Stadt beenden.

Bergisch Gladbach - Bürgermeister Klaus Orth nutzte den Neujahrsempfang, um das heiße Eisen anzufassen: das Verhältnis der Stadt Bergisch Gladbach zum Super-Model und vor allem zu ihrem Vater, Günther Klum. Der Bürgermeister „entschuldigte“ sich für „Verletzungen und Beeinträchtigungen, durch die Handlungsweisen städtischer Mitarbeiter“. Gestern sagte er im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“: „Ich möchte diesen Ärger so unaufgeregt wie möglich aus der Welt schaffen.“ Ob ihm das allerdings gelingt, scheint zweifelhaft. Denn nicht nur innerhalb der Verwaltung wird die Entschuldigung von Orth als Kotau vor Günther Klum verstanden. Im Rathaus hieß es: „Wir haben uns für nichts zu entschuldigen.“ Der Bürgermeister lässt diese Kritik seiner Leute nicht gelten. „Das ist doch alles so lange her - es ging doch um Lappalien. Und dann hat sich alles hochgeschaukelt.“

Aus angeblichen Ordnungswidrigkeiten von Klum entwickelte sich ein reger Briefwechsel. Der Ton wurde dabei immer ruppiger. Schließlich war das Tischtuch zwischen Stadt und Familie Klum zerschnitten. Zwar verwies Model Heidi weiter bei jeder öffentlichen Gelegenheit darauf, aus Bergisch Gladbach zu stammen, aber zu den offiziellen Stellen der Stadt gab es keinerlei Kontakt.

Gestern zeigte sich Günther Klum über den Vorstoß von Orth „erstaunt“: „Mit mir war nichts abgesprochen.“ Er nutzte die Gelegenheit, wieder ein Seitenhieb auf die Verwaltung los zu werden. Schließlich sei die Einladung an seine Tochter am Samstag, einen Tag vor der Veranstaltung, bei ihm im Büro gelandet. „Nicht besonders professionell, oder?“ Der Bürgermeister spricht von „Irritationen mit der Adresse von Heidi Klum in den USA“. Schließlich habe man den Brief an Heidi persönlich schicken und nicht die Botenfunktion des Vaters nutzen wollen. Den bezeichnete er als „regelrechten Knochen“.

Günther Klum sagte in dem Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ aber auch: „Grundsätzlich bin ich bereit, mich mit der Stadt an einen Tisch zu setzen. Um was es dann gehen soll, entscheidet die neue Verwaltungsspitze.“ Klum stellt klar, dass er sich mit Bürgermeisterin Maria Theresia Opladen niemals an einen Tisch gesetzt hätte.

Die Zielsetzung von Orth ist klar: „Ich möchte Heidi Klum im Namen der Stadt meine Anerkennung dafür aussprechen, dass sie den Namen der Stadt in der ganzen Welt bekannt gemacht hat.“ Das habe die Frau einfach verdient. Wie diese Anerkennung genau aussehen soll, darüber wird geschwiegen. Und noch einen Antrieb gibt Orth zu: „Ich würde Heidi natürlich gerne persönlich kennen lernen.“



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