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Heidenreich-Bücher für Bensberg

Von STEFAN KUNZE, 09.04.06, 17:07h

Bergisch Gladbach - Der Kulturausschuss hat vergangene Woche zum Ärger vieler Einwohner dem Rat empfohlen, die Bensberger Bücherei zu schließen. Am Samstag gründeten Bürger den Verein „Für eine öffentliche Bücherei Bensberg“.

BILD: JÜRGEN DEHNIGER
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Mit Plakaten protestierten auch die Kleinen gegen die drohende Schließung der Bensberger Bücherei.
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Mit Plakaten protestierten auch die Kleinen gegen die drohende Schließung der Bensberger Bücherei.
Am Samstag gründeten Bürger den Verein „Für eine öffentliche Bücherei Bensberg“.

Bergisch Gladbach - Der Kulturausschuss hat vergangene Woche zum Ärger vieler Einwohner dem Rat empfohlen, die Bensberger Bücherei zu schließen. Christoph Dammann, der Intendant der Kölner Oper, wollte diesen Unmut kanalisieren, und hatte zur gemeinsamen Lagebesprechung ins evangelische Gemeindezentrum geladen. „Ich bin überwältigt, wie viele wir sind“, freute er sich über die 50 Besucher. Seine beiden Töchter Marie-Theres (7) und Antonia (5) hatten bereits vor Beginn der Diskussion mit Plakaten klar gemacht, was sie wollen: Keine Schließung.

Einige Bürger machten ihrem Ärger Luft. Alte Gräben zwischen Bensberg und Gladbach drohten wieder aufzubrechen, doch Dammann moderierte souverän. „Bitte fassen Sie sich kurz. Ich möchte heute konkrete Lösungsvorschläge mit Ihnen finden“, erklärte er.

Das drohende Aus für die Bensberger Bücherei ist Teil des Sparprogrammes, das das Haushaltssicherungskonzept der Stadt auferlegt. Bis 2010 soll der Haushalt ausgeglichen sein. Dann kann der Schuldenabbau beginnen. Mit der Schließung der Bensberger Bücherei sollen jährlich 170 000 Euro gespart werden.

Die Diskussion hatte zwei Ziele: Wie kann politischer Druck aufgebaut werden und wie kann konkret geholfen werden? „Wir wollen hier zu ehrenamtlichem Engagement aufrufen“, sagte Dammann und formulierte klare Ziele. „Ich möchte heute einen Förderverein gründen.“ Die Satzung und gute Kontakte hatte er im Gepäck. Bereits vor der Gründung ging die erste Spende über 500 Euro ein.

Über die Oper kennt Dammann die Moderatorin und Autorin Elke Heidenreich. „Die bekommt jeden Monat kistenweise Bücher zum Lesen zugeschickt“, erzählte er. Bislang überließ sie die Werke der Kölner Stadtbücherei. Das wird nun anders. „Die Bücher bekommt ab jetzt die Bensberger Bücherei.“ Womit ein weiteres Ausbluten des Bestandes gestoppt wäre. Darüber hinaus hat sich die Autorin zu einer Benefizlesung zugunsten der Bücherei bereit erklärt. Bei so viel Anfangseuphorie wollte Kinobetreiber und Eigentümer des Hauses der Bücherei, Helmuth Brunotte, nicht zurückstehen: „Ich will auch meinen Beitrag leisten. Über die Miete kann man noch mal reden.“

Sollte es mit der Rettung der Bücherei in der bisherigen Form nichts werden, schweben den Vereinsmitglieder zwei Alternativen vor. Eine Kooperation mit der katholischen Bücherei in Bensberg soll geprüft werden. Die andere Alternative bleibt das Pro-Gymnasium. Hier müsste eine Lösung für die Personalkosten der eineinhalb Bibliothekarsstellen gefunden werden.

Der Bücherbus schied von Anfang an aus. Anne Bolin, die mit ihren Kindern regelmäßig in die Bücherei geht, brachte es auf den Punkt: „Das mit der fahrbaren Bibliothek kenne ich aus meiner Jugend. Das ist eine ganz schlechte Lösung. Da bleiben die Leser schnell weg.“

Zum guten Schluss wurden Satzung und Mitgliedsbeiträge beschlossen und der Vorstand gewählt. Christoph Dammann ließ sich in de Pflicht nehmen und leitet nur mit fünf Vorstandskollegen die Geschicke des Vereins. Erstes Ziel: Die Gemeinnützigkeit beantragen, damit Spendenquittungen ausgestellt werden können.

chdammann@yahoo.de



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