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Schnellere Operation, intensive Nachsorge

Von CLAUDIA FREYTAG, 01.09.06, 18:26h

Rhein-Berg - Das Vinzenz-Pallotti-Krankenhaus in Bensberg beherbergt das zweite Darmzentrum in Nordrhein-Westfalen. Auch Patienten, deren Ärzte nicht zum Netzwerk gehören, können sich untersuchen lassen.

Rhein-Berg - Patienten, bei denen der Verdacht auf Darmkrebs besteht, können sich künftig innerhalb von nur zehn Tagen untersuchen lassen und werden danach besonders intensiv betreut. Das sieht ein Vertrag vor, der bereits zum 1. Juli vom Vinzenz-Pallotti-Hospital mit sechs niedergelassenen Ärzten aus Bensberg, Rösrath und Overath sowie fünf Krankenkassen geschlossen haben und der jetzt vorgestellt wurde. Das neue Darmzentrum im Vinzenz-Pallotti-Hospital ist das zweite in Nordrhein-Westfalen; in Duisburg besteht eine ähnliche Einrichtung.

„Das Modellprojekt ist weiter offen für jeden niedergelassenen Arzt“, betont Geschäftsführer Reinhold Sangen-Emden. Aber auch Patienten, deren Arzt bislang noch kein Mitglied des Netzwerkes sei, könnten sich auf eigene Initiative im Vinzenz-Pallotti-Hospital untersuchen lassen.

Stellt ein Arzt bei einem Patienten den Verdacht auf Darmkrebs fest (siehe: „Warnsignale“), so erhält der Patient künftig innerhalb von zehn Tagen einen Termin für eine Darmspiegelung, Fachbegriff: Koloskopie. Sollte sich der Verdacht bestätigen, der Patient also an Krebs leiden, so wird er in einer „prä-operativen Sprechstunde“ von seinem behandelnden Arzt über Krankheitsbild und Operationsmethoden informiert. Wiederum maximal zehn Tage nach der Diagnose wird der Patient ins Krankenhaus aufgenommen und tags darauf operiert. Dabei sollen der Hausarzt, Krebsfacharzt (Onkologe), Strahlentherapeut und der Arzt, der die Operation ausführt, in Kontakt bleiben.

Auch die Nachsorge ist genau geregelt. Nach 24 und nach 36 Monaten wird der Patient im Vinzenz-Pallotti-Hospital untersucht, die Abschlussuntersuchung folgt nach drei bis fünf Jahren - und eine Fall-Managerin kümmert sich darum, dass der Patient die Termine auch nicht vergisst. Diese Fall-Managerin soll außerdem, so Sangen-Emden, dafür sorgen, dass Hausärzte sich von der Mehrarbeit nicht abschrecken lassen, dem Netzwerk beizutreten. „Die Ergebnisse müssen ja dokumentiert werden“, sagt Sangen-Emden, „aber die Ärzte müssen im Wesentlichen einen Bogen ausfüllen - und sie haben die Fall-Managerin als Ansprechpartnerin zur Seite.

Dabei geht das Hospital mit dem Modellprojekt im Grunde nur einen Schritt weiter: Die Klinik hatte sich bisher bereits mit zwei niedergelassenen Ärzten die Geräte zur Darmspiegelung geteilt. Den Ärzten standen diese dann in einem gewissen Zeitrahmen zur Verfügung, in dem sie dort ihre Patienten behandeln konnten. Auch diese beiden Mediziner sind nun Mitglieder des Netzwerkes.



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