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Hochzeit mit Wembley-Tor

Von PHILIPP ANFT, 17.11.06, 18:50h

Bergisch Gladbach - Er fährt notorisch links, kann nicht kochen, und Elfmeter schießen schon gar nicht. Der nach Deutschland ausgewanderte Komiker Mark Britton las aus seinem Buch „Ein Englishman in Köln“.

BILD: ROLAND U. NEUMANN
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Na, ganz so fromm, wie es die Körpersprache suggeriert, ging es dann doch nicht zu bei Mark Britton: Der Brite las aus seinem Buch "Ein Englishman in Köln".
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Na, ganz so fromm, wie es die Körpersprache suggeriert, ging es dann doch nicht zu bei Mark Britton: Der Brite las aus seinem Buch "Ein Englishman in Köln".

Bergisch Gladbach - Eine würzige Mischung aus Vorlesung und Stand-Up-Comedy war es, die der Engländer Mark Britton Donnerstagabend in der Gnadenkirche zum Besten gab. Vor dem hell erleuchteten Kreuz begann die Show, wie sollte es auch anders sein, mit dem Sting-Klassiker „Englishman in New York“. Allerdings in einer von Britton selbst gesungenen Köln-Version. In einer karierten Hose und einem T-Shirt, das die britische Flagge in Herzform zeigte, stellte er gleich zu Beginn klar. „Ja, ich bin Engländer“, gab er zu: „Ich kann nicht kochen, keine Elfmeter schießen und fahre auf der linken Seite: In Deutschland macht das besonders viel Spaß!“

Seinen Roman „Ein Englishman in Köln“ bezeichnet er als fiktive Biografie: Er handelt von Charlie Churchill, einem englischen Komiker, der für seine große Liebe Katja nach Köln ziehen will. Es gibt einige Parallelen zwischen Charlie und Britton, auch er ist nach Köln gekommen und lebt heute mit Frau und zwei Kindern in der Domstadt.

Als Komiker nach Deutschland auszuwandern scheint in England ein völlig absurder Gedanke zu sein. Schließlich halten Charlies Freunde es für ähnlich sinnvoll, wie es als Skilehrer in Holland oder als Stripperin in Islamabad zu versuchen. Die Geschichte, die der quirlige Entertainer mit seinem britischen Akzent vorträgt, ist so verrückt, dass sie eigentlich auf eigenen Erfahrungen basieren muss. Zwar wurde Britton wahrscheinlich nicht wie Charlie verhaftet, weil er einen Polizisten mit einer Ketchupflasche bedroht hat. Und er wurde auch nicht wirklich von einer bayerischen Kegelbahn gekegelt, weil den Gästen sein Programm nicht gefiel. Aber was, wenn nicht das wahre Leben, könnte Inspiration für solche Geschichten sein? Britton nimmt sowohl deutsche als auch englische Eigenarten auf die Schippe und beschreibt die Kultur-Karambolagen seiner ersten Zeit in Deutschland. Dies meistert er so witzig und selbstironisch, dass niemand aus dem Publikum es ihm übel nehmen könnte.

Und nach der Beschreibung der katastrophalen Hochzeit zwischen Charlie und Katja, die in einer Massendiskussion über das umstrittene Wembley-Tor bei der WM 1966 endet, gibt Britton dem Publikum sogar noch eine ultimative Weisheit mit auf den Weg: „Es gibt nur eins, was Menschen aus verschiedenen Ländern und Kulturen verbindet: Alkohol.“

 www.britton.de



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