Von Anne Schielke, 21.11.06, 09:44h
Der Paffrather ist ein fröhlicher Mann, sein Lachen ist ansteckend. Vielen ist er unter dem Namen "Paulin" bekannt. Kabongo Kabeya kommt ursprünglich aus dem Kongo und lebt seit 14 Jahren in Deutschland. Der 36-Jährige arbeitet in einem katholischen Altenheim und ist schon viele Jahre ehrenamtlicher Mitarbeiter der Evangelischen Kirchengemeinde Bergisch Gladbach. Er ist selbst evangelisch. Eine interessante ökumenische Kombination, wie Pfarrer Thomas Werner von der Gnadenkirche in Bergisch Gladbach findet.
Die Idee zum Friedenslauf kam Kabeya vor dem Hintergrund der Entsendung deutscher Soldaten in den Kongo, um dort friedliche Wahlen zu gewährleisten. "Mein Traum ist es, einen Beitrag für Frieden, Freiheit, soziale Gerechtigkeit und Wohlstand nicht nur im Kongo, sondern in der ganzen Welt zu leisten", sagt er. "Außerdem möchte ich auf das Schicksal eines guten Freundes von mir aufmerksam machen." "Pierre", der ebenfalls ehrenamtlicher Mitarbeiter der Evangelischen Kirchengemeinde war, wurde nach 14-jährigem Asylbemühungen im Sommer 2005 in den Kongo abgeschoben. Er kam als politischer Flüchtling nach Deutschland und arbeitete hier als Hausmeister. Heute lebt er in einem Flüchtlingslager in Angola. "Im Kongo musste er mit schweren Repressalien rechnen. Wir stehen einfach ohnmächtig daneben, können nichts weiter tun, als auf das Schicksal dieses Mannes aufmerksam zu machen", sagt Werner. "Vielleicht bewegt dieser Friedenslauf ja etwas in den Köpfen der Menschen."
Der Marsch trägt den Titel "Paul für Peter". Am 13. Mai will der Paffrather am Brandenburgertor, dem deutschen Symbol für Frieden und Freiheit, starten. Pünktlich am 5. Juni möchte er wieder in Bergisch Gladbach sein, um am 6. Juni gemeinsam mit der Q1-Jugend und den Mitarbeitern der Gnadenkirche die letzte Etappe in Angriff zu nehmen. Ziel seiner langen Reise ist Köln, denn an diesem Tag beginnt dort der 31. Deutsche Evangelische Kirchentag.
Durch welche Städte sein Fußmarsch ihn führen soll, darüber herrscht noch Unklarheit. "Wir haben zwei Alternativen", erklärt Pfarrer Werner. "Entweder soll es über Hannover gehen, da der Deutsche Evangelische Kirchentag zuletzt dort stattgefunden hat. Oder Paulin wandert über Lutherstädte wie Eisenach oder Jena." Wenn die Route feststeht, wird Pfarrer Werner um "Amtshilfe" bei den Gemeinden entlang der Strecke bitten. "Wir wollen dafür sorgen, dass er in jeder Gemeinde, in der er abends landet, gut mit Essen und einem Bett versorgt wird."
Zum einen wandert Kabeya, um auf das Schicksal seines Freundes aufmerksam zu machen. Doch im Zuge seiner Wanderung sammelt er auch Spenden für die Friedens- und Entwicklungsarbeit der Vereinten Nationen. Eines ist Kabeya aber sehr wichtig: "Ich möchte von den Bürgermeistern aller Städte, in die ich komme, gerne eine Unterschrift haben
Trainieren muss Kabongo Kabeya nicht. "Er ist körperlich vollkommen fit und im Gegensatz zu mir Nichtraucher", scherzt Thomas Werner. "Er braucht kein Extra-Training, um die 600 Kilometer zu bewältigen." Pfarrer Werner will mehrere Routen mitwandern, ist aber auf jeden Fall bei der ersten und letzten Etappe dabei. Und wer Lust hat, ist herzlich eingeladen, beim Friedensmarsch des Kongolesen mitzumachen, auch für eine oder zwei Etappen.
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