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Demonstration gegen G-8-Gipfel

Von KATHARINA ECKSTEIN UND PAUL PRASSER, 07.06.07, 21:38h, aktualisiert 08.06.07, 19:58h

Mehrere hundert Teilnehmer des evangelischen Kirchentages haben in Köln vor dem Ruf nach Heiligendamm gegen den G-8-Gipfel demonstriert. Die Idee dazu ging auf die „Initiative Kirche von unten“ zurück.

Bild: Hennes
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Im Vorfeld des "Rufs nach Heiligendamm" demonstrierten hunderte Kirchentagsteilnehmer gegen den G-8-Gipfel.
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Im Vorfeld des "Rufs nach Heiligendamm" demonstrierten hunderte Kirchentagsteilnehmer gegen den G-8-Gipfel.
Mehrere hundert Teilnehmer des evangelischen Kirchentages demonstrierten in Köln vor dem Ruf nach Heiligendamm gegen den G-8-Gipfel.

„Was waren das noch für Zeiten“, damals, als 1983 in Köln 500 000 Menschen gegen den Kalten Krieg auf die Straße gingen. „Dagegen ist das heute nur ein kümmerliches Remake“, meint Ernestine Ebert-Menhard von der Marburger Friedensinitiative. Lichterketten, Ostermärsche, alles hat sie in den 1980er Jahren mitgemacht. „Wir sind von der alten Friedensbewegung“, pflichtet ihre Freundin bei. Beide sind größere Dimensionen gewohnt, aber froh, dass es beim Evangelischen Kirchentag immerhin einen kleinen Demonstrationszug für eine gerechte Globalisierung und gegen den G-8-Gipfel gibt. 700 Teilnehmer schätzen die Veranstalter, 500 die Polizei, die von der Messe über die Deutzer Brücke zum Roncalliplatz ziehen.

Die Idee dazu geht auf die „Initiative Kirche von unten“ (IKvu) zurück, die zusammen mit Attac Köln und der „Evangelischen StudentInnengemeinde“ vor einigen Tagen kurzfristig den Protestmarsch „Kirche Gib 8“ angemeldet hatte. Beim Kirchentag sei man ganz froh darüber gewesen, dass sich jemand darum gekümmert hat, sagt einer der Organisatoren. Die IKvu ist ein ökumenisches Netzwerk von 40 Mitgliedsgruppen, hatte ihren Ursprung vor 25 Jahren allerdings in der katholischen Kirche.

Monika Hirscheln von „Inkota“, einem ökumenischen Netzwerk von entwicklungspolitischen Basisgruppen, das sich unter anderem für die Kampagne „Saubere T-Shirts“ einsetzt, hat angesichts der vielen Kirchentagsbesucher auf mehr Teilnehmer gehofft. Die IKvu ist wegen der „spontanen Mobilisierung“ zufrieden mit der Resonanz. „Das haben wir so nicht erwartet“, sagt Verena Mosen. Auch die Kirchen müssten sich stärker bei der Gestaltung der Weltpolitik durch die Industrienationen einmischen. Theo Kneifel, Koordinator der Kirchlichen Arbeitsstelle Südliches Afrika, plädiert für eine „andere Kirche, die nicht mit den Mächtigen kungelt, sondern auf der Seite der Verlierer der Globalisierung kämpft“.

Auf dem Weg zum „Ruf an die G-8 nach Heiligendamm“, der am Abend auf dem Roncalliplatz erschallen soll, schließen sich immer mehr Teilnehmer des evangelischen Kirchentages dem Protestzug an und recken ihre Kirchentagsschals mit der Forderung „Globalisierung neu denken“ in die Höhe. Vereinzelt sind „Keine Macht G 8“-Rufe zu hören. Lukas (19) aus Stuttgart läuft die Strecke barfuß mit. Er hat sich eine regenbogenfarbene „Peace“-Fahne um die Hüfte gewickelt. „Wir demonstrieren gegen die Ungerechtigkeit westlicher Politiker gegenüber den Entwicklungsländern.“ Als Globalisierungsgegner sieht er sich aber nicht. Man müsse realistisch sein. „Ohne Globalisierung geht es nicht. Aber so wie sie jetzt ist, ist sie nicht fair.“

Die „alten Damen“ der Friedensbewegung sehen das ähnlich. Ernestine Ebert-Menhard kommt gerade von einer Diskussion mit der Attac-Mitbegründerin Susan George. „Fantastisch“ findet sie diese Frau, die aus Attac eine große Bildungsbewegung machen wolle. Seit vielen Jahren in der Basisarbeit für eine friedliche Welt gestählt, weiß Ebert-Menhard, dass „viele kleine Schritte“ auch irgendwann zum Ziel führen. Ihr Ziel ist eine „gerechte, ökologisch vertretbare, menschenfreundliche und friedensfördernde Globalisierung“.



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