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Ohne Ehrenamtler aufgeschmissen

Von MARIA MACHNIK, 21.11.07, 20:24h

Pulheim - Engagierte Pulheimer Bürger wurden im Rahmen einer Feierstunde ausgezeichnet. Auch Pulheimer, die „Bürgermut“ bewiesen haben, möchte Bürgermeister Morisse künftig ehren.

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Bürgermeister Karl August Morisse zeichnete Frauen und Männer aus, die sich seit Jahren und Jahrzehnten ehrenamtlich engagieren.
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Bürgermeister Karl August Morisse zeichnete Frauen und Männer aus, die sich seit Jahren und Jahrzehnten ehrenamtlich engagieren.
Pulheim - Oft und gerne lobt Bürgermeister Dr. Karl August Morisse bei allen möglichen Gelegenheiten den Einsatz der vielen Tausend Ehrenamtler in der Stadt. Ausführlich geht er im Rahmen der traditionellen Feierstunde im Köster-Saal auf die Verdienste der engagierten Frauen und Männer ein. So auch am Dienstagabend, als er Judith Cieslik-Schulze, Katrin Schneider, das Ehepaar Gisela und Klaus Klaassen, Wilfried Abts, Norbert Hörter, Gerhard Kolbe, Wolfgang Lechner, Heinz Sabranski, Helmut Smets (den PSC-Präsident Hartmut Liebe vertrat), Werner Stevens und Josef Wißkirchen für ihr Engagement in Sport-, Geschichts-, Ortsvereinen, Pfarreien, Feuerwehr und sozialen Einrichtungen auszeichnete.

Morisse verhehlte nicht, dass Städte und Gemeinden ohne Ehrenamtler regelrecht aufgeschmissen wären. Er verschwieg auch nicht, dass es immer schwerer wird, Menschen zu finden, die sich „ohne materiellen Lohn“ für ihren Nächsten, ihren Verein, ihre Kirche und ihre Stadt einsetzen. Gerade diesen Idealisten dankte er am Dienstagabend besonders. Denn „gäbe es sie nicht, würde das beeindruckende breite sportliche, kulturelle und soziale Angebot der Pulheimer Vereine an die Bürgerschaft schnell ausdünnen und damit auch die Attraktivität Pulheims deutlich sinken“, so der Verwaltungschef.

Ein besonderes Lob zollte Morisse einer der „wichtigsten städtischen Einrichtungen“ - der freiwilligen Feuerwehr, der Oberbrandmeister Wolfgang Lechner seit 1973, heute aber als Inaktiver, angehört. „Wir können nur froh sein, dass es Männer und Frauen gibt, die ehrenamtlich in den Löschzügen arbeiten. Ohne sie würde der Feuerschutz mindestens zwei Millionen Euro mehr kosten“, bekannte Morisse. Aktuell gibt die Stadt circa 1,2 Millionen an Personalkosten für die 30 hauptamtlichen Kräfte aus.

Überraschend ging der Verwaltungschef auch auf die vielen Aufkleber und Schmierereien mit rechtsextremen Inhalten ein, die seit Monaten immer wieder im Stadtgebiet auftauchen. Die Parolen hätten Sorgen und Ängste bei den Bürgern ausgelöst, „die wissen, zu welchen Verbrechen menschenverachtende Einstellungen führen können“. Erneut sagte Morisse, dass der Staat allein Rechtsextremismus nicht verhindern könne. Er sei auf die Unterstützung der Bürger und den unendlich wichtigen zivilgesellschaftlichen Widerstand angewiesen. Denn „erleben Rechtsextreme, dass ihr Verhalten und ihre Thesen auf eine breite Ablehnungsfront stoßen, ziehen sie sich meist zurück. Wer engagiert sich schon, wenn er spürt, dass er keine Wirkung erzielt“, sagte Morisse.

Besonders dankte er den Schülern des Geschwister-Scholl-Gymnasiums für ihr deutliches Nein zum Rechtsextremismus und ihre Zivilcourage. Sie hätten mit Veranstaltungen wie „Hinschauen - Zivilcourage zeigen“, Aktionen in der Öffentlichkeit und in vielen Stellungnahmen „Position gegen den Ungeist bezogen“. So verwunderte es nicht, dass Morisse den Vorschlag der Grünen begrüßte, künftig auch Menschen, die Bürgermut bewiesen haben, „bei diesem Empfang oder in einem angemessenen anderen Rahmen öffentlich zu ehren“. Zunächst allerdings müssten Fraktionsvorsitzende und Verwaltungsspitze im Ältestenrat darüber diskutieren, so Pressesprecher Dirk Springob.



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