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„El Inca“

Rinderherz mit Yucca

Von Helmut Gote, 07.03.08, 09:28h, aktualisiert 17.11.08, 14:03h

In der Küche des „El Inca“ stehen Peruaner und Kolumbianer am Herd. Die Kreationen sind dadurch sehr außerge- wöhnlich und sorgfältig zubereitet. Doch auch die sinnliche Atmosphäre beeindruckte Helmut Gote.

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Sinnlich und überzeugend: „El Inca“
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Sinnlich und überzeugend: „El Inca“
Bis zu meinen Besuchen in diesem lateinamerikanischen Restaurant konnte ich mir nur wenig unter den landesüblichen Spezialitäten vorstellen. Das hat sich gründlich geändert, seit ich mich durch die Speisekarte dieses typisch bunt und verspielt ausstaffierten Kellerrestaurants gegessen habe. Danach war ich erst einmal ziemlich baff. Nicht nur, weil sich diese Küche sehr deutlich von den üblichen mexikanischen Tex-Mex-Tortilla-Läden unterscheidet, sondern auch, weil die Peruaner und Kolumbianer hier einfach sehr außergewöhnlich und sorgfältig kochen.

Das fängt schon bei den Vorspeisen an: Das frittierte Kartoffelpüree (5,50 Euro) ist mit Rinderhackfleisch, Rosinen und Olivenringen gefüllt und so kräftig wie präzise abgeschmeckt, dass es zu einer einwandfreien Balance der Aromen kommt - nichts schmeckt vor. Noch interessanter und für mich ein absolut neues Gericht war die im Bananenblatt gedämpfte Teigtasche aus grobem Maismehl (6,80 Euro), die mit deutlich nach Kreuzkümmel schmeckendem Rinder- und Hühnchengehackten gefüllt war. Durch dieses abgeschlossene Dämpfen blieb sie zwar weich, das machte aber die Konsistenz und die geschmackliche Wahrnehmung im Mund umso angenehmer. Gut, es gibt auch Vorspeisen, bei denen ich nicht beurteilen kann, ob das nun richtig zubereitet war oder ob dem Koch nur der Zitronensaft ausgerutscht war wie beim pikanten Seelachsfilet mit Garnelen, Sepia und frischem Koriander (9,20 Euro), das so sauer war, dass ich um mein Zahnfleisch fürchtete. Aber das verblasste sofort gegen die Combinacion Don Jorge (16,80 Euro) aus einem saftig gegrillten Rumpsteak, ragoutgefülltem Taco, Rindfleischspieß und einer umwerfenden Sauce von der scharfen, getrockneten Chipotle-Chilischote, die einen Räucherton hat.

Geht's noch abgefahrener? Ja: die zwei Spieße mit ganz kurz gebratenen Stücken vom Rinderherz (12,80 Euro), innen rosa und von sehr zartem Biss. Eine Delikatesse ersten Ranges, die noch mit frittiertem Yucca (Maniokwurzel) sowie gebratenen Zwiebeln, Paprika und einer erfrischenden Tomaten-Zwiebel-Salsa gekrönt wurde. Nicht ganz so ungewöhnlich wirkt dann schon das auf den Punkt gebratene Seehechtfilet in dezenter Tequila-Sauce (14,80 Euro), auf dem ein Garnelenspieß mit Trockenpflaumen lag. Die passable, gegrillte Hühnchenbrust in Bananen-Mandarinensauce ist nicht weiter bemerkenswert.

Das aber sind die durchweg ziemlich großen Portionen, das niedrige Preisniveau, das auch für die erstaunliche Weinkarte gilt: Die beiden chilenischen Weißweine (Sauvignon, Chardonnay, je Flasche 15,50 Euro) und der argentinische Rotwein (2001 Rincon, 18,50 Euro) sind sehr angenehm zu trinken, süffig, aber nicht opulent. Und zur Mazamorra morada, einer heißen, mit blauen Mais angedickten Grütze aus - ja was denn? Rotwein, Brombeersaft? Jedenfalls mit Apfelstücken und Trockenpflaumen und Gewürzen wie Nelke - da fehlen mir fast die Worte: Süß, glühweinähnlich, eigenartig anziehend. Auch im Rückblick liegt über dem Lokal immer noch die sinnliche Stimmung und das warmherzige Lächeln der Südamerikaner.

El Inca
Görresstr. 2, 50574 Köln
Tel.: 02 21/24 55 03
Öffnungszeiten: 18-24 Uhr



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