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Umstrittener Mann

„Pro NRW“-Mitglied im Kirchenvorstand

Von Stefan Kunze, 11.08.08, 18:42h, aktualisiert 12.08.08, 16:39h

Nach seinem Bekenntnis zu dem Ableger von „Pro Köln“ in Rhein-Berg hat der Vorsitzende des Kirchenbauvereins sein Amt niedergelegt. Im Kirchenvorstand ist er immer noch. Auf Anfrage des „Kölner Stadt-Anzeiger“ wollte er sich am Montag nicht äußern.

BILD: ARLINGHAUS
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Der Dom in Immekeppel
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Der Dom in Immekeppel
Overath - Alles hätte so schön werden können beim Heimatverein Immekeppel. Man kennt sich und schätzt sich in dem kleinen Overather Ortsteil. Anfang des Jahres standen die Wahlen zum neuen Vorsitzenden an. Ein Bewerber: Harald K., promovierter Physiker und seit vielen Jahren in verschiedenen Gremien in Immekeppel aktiv - Mitglied des Kirchenvorstandes und Vorsitzender des Kirchenbauvereins von St. Lucia. Bürgermeister Andreas Heider und der Landtagsabgeordnete Rainer Deppe, beide von der CDU, waren ebenfalls als Gäste auf der Veranstaltung.

Bewerber Harald K. stellte sich in einer Rede vor und nannte seine Ziele als Vorsitzender. Zum Ende des Vortrages ließ er den kurzen Satz fallen, der seitdem die Gemüter erhitzt: „Ich bin Mitglied bei Pro NRW.“ „Viele im Saal wussten erst gar nicht so genau, was das ist“, erklärte Heider. Sofort unterbrach er gemeinsam mit Deppe die Sitzung und erklärte den Zuhörern, was sich hinter dem Kürzel verbirgt.

„Daraufhin wurde die Wahl verschoben, um alles Sachverhalte zu klären“, sagte Heider. Der alte Vorstand ist seitdem kommissarisch weiter im Amt. Anschließend ruhte die Sache offiziell. Aufgrund eines Artikel im „Kölner Stadt-Anzeiger“ wurden Heider und Deppe dann darauf aufmerksam, dass Harald K. auch in anderen Gremien aktiv ist. Er ist im Kirchenvorstand und organisiert für den Kirchenbauverein ein Benefizessen. Ende Juli schrieben die beiden Politiker jeweils einen Brief an Dechant Gereon Bonnacker, der für die Gemeinde zuständig ist, und weitere Verantwortliche in der Kirchengemeinde. „Ob sich die Pfarrgemeinde St. Lucia einen Kirchbauvereins-Vorsitzenden mit einem derart schlimmen politischen Hintergrund leisten will und kann, müssen Sie und die Gremien ihrer Pfarrgemeinde entscheiden. Ich jedenfalls werde weder privat noch als Bürgermeister mit Leuten zu Tisch sitzen, die ausländerfeindliches bzw. rechtes Gedankengut teilen und verbreiten“, erklärte Heider in dem Schreiben. „Wir haben sofort die rechtlichen Möglichkeiten geprüft“, erklärte Bonnacker. Der Bitte, als Vorsitzender des Kirchenbauvereins zurückzutreten, kam Harald K. nach. Im Kirchenvorstand ist er immer noch. Auf Anfrage des „Kölner Stadt-Anzeiger“ wollte er sich am Montag nicht äußern.



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