Von Steffi Breitbarth, 24.12.66, 15:42h
Jeder neunte Erwerbstätige in Deutschland verdient sein Geld mittlerweile im Gesundheitswesen. In Leverkusen gibt es neben zahlreichen Ärzten auch rund 40 Apotheken, drei Krankenhäuser, das Gesundheitshaus und das Medilev am Klinikum. Von rund 58.000 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Leverkusen arbeiten etwa 4400 im Gesundheitswesen. Allein zwischen 2003 und 2007 kamen 350 Beschäftigte in diesem Bereich hinzu.
Am „Tag der ambulanten Medizin“ schlossen sich vier große Organisationen zusammen, um das Angebot des Leverkusener Gesundheitswesens zu präsentieren. Die Leverkusener Kreisstellen der Ärztekammer Nordrhein und der Kassenärztlichen Vereinigung sowie das Regionale Gesundheitsnetzwerk Leverkusen und das Regionale Praxisnetz Leverkusen sorgten dafür, dass 73 Leverkusener Ärzte zwischen 10 und 17 Uhr sich und ihre Arbeit den Besuchern vorstellen konnten.
Neben Fachvorträgen der einzelnen Ärzte wurden am vergangenen Samstag auch diverse Vorsorgeuntersuchungen angeboten. Lunge, Herz, Schilddrüse und Bauchorgane konnte man eben so untersuchen lassen wie Augen und Ohren. Allgemeinmediziner und Gynäkologen boten eine Impfberatung an. Im virtuellen Operationsraum konnte man sich eine Knieoperation anschauen und gleich daneben hatten die Fachärzte für Urologie das Modell einer begehbaren Prostata aufgebaut, in dem man alles einmal aus der Nähe betrachten konnte.
Neben den Untersuchungen informierten zahlreiche Stände und Informationstafeln über Krankheitsbilder und Behandlungsmöglichkeiten. Auch Erste-Hilfe-Kenntnisse konnten unter professioneller Anleitung aufgefrischt werden. Außerdem informierten die Ärzte in Bild und Ton über ihre Arbeit in der Dritten Welt. Der „Tag der ambulanten Medizin“ informierte aber nicht nur über Möglichkeiten der klassischen Medizin. Am Stand von Allgemeinmedizinerin Ulrike Bülles konnte man sich über die Blutegel-Therapie informieren und sie auch gleich ausprobieren. Lea Welling stellte sich als Patientin zur Verfügung und hoffte auf Linderung ihrer Knieschmerzen.
„Wenn der Blutegel sich einmal festgesaugt hat, läuft er nicht mehr weg. Er fällt erst dann ab, wenn er satt ist“, erklärte Bülles. Ein bis zwei Jahre dauere es dann, bis der Blutegel wieder hungrig sei. So lange kann er vom menschlichen Blut leben. Während der Blutegel saugt, gibt er seinen Speichel in den menschlichen Körper ab. Dieser enthält Substanzen, die als blutreinigend und entgiftend gelten. Sie werden vor allem in der Arthrose- und Thrombosetherapie, aber auch bei Prellungen und Entzündungen eingesetzt.
„Der Blutegel ist sehr anspruchsvoll. Er existiert nur in reinen Gewässern“, erklärte Bülles weiter und versuchte so, dem Ekel einiger Patienten vorzubeugen. Patientin Lea Welling erklärte, dass sie den Blutegel als Nutztier sehe. Ekel habe sie deswegen keinen. Die Blutegel erhält Ulrike Bülles übrigens von einer Zuchtstation.
Für musikalische Unterhaltung sorgte die Band „The Blue Boys“, die am vergangenen Samstag zahlreiche Klassiker der Musikgeschichte zum Besten gaben. Auch für die Unterhaltung der kleinen Besucher war gesorgt, denn auf dem Platz vor dem Forum waren zahlreiche Spiele aufgebaut. Wer nach so vielen Informationen eine Stärkung brauchte, konnte sich im Foyer des Forums an belegten Brötchen, Kaffee und Kuchen erfreuen.
Die Besucher des ersten „Tags der ambulanten Medizin“ konnten sich an diesem Nachmittag nicht nur über zahlreiche Informationen, sondern vor allem über sehr lange Sprechzeiten freuen, die so im Alltag wohl nicht immer zu gewährleisten sind.
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