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Kontakt mit Hawai

Versteckte Sender und Lötecke für Kids

Von Dieter Reindt, 25.08.08, 15:30h

In Odenthal-Eikamp plauderten die Funker des Deutschen Amateur-Radio Club sogar mit einem Teilnehmer aus Hawaii. Der Aufbau der Ausrüstung nimmt mindestens einen Tag in Anspruch.

Funkerfest
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Technik begeisterte beim Sommerfest der Amateurfunker. BILD DEHNIGER
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Technik begeisterte beim Sommerfest der Amateurfunker. BILD DEHNIGER
Odenthal - Auf dem Festplatz in Odenthal-Eikamp wimmelte es nur so vor Antennen. Eine, befestigt an einem Drachen, schwebte sogar am Himmel. Seit 1996 feiert der Ortsverein Bergisch Gladbach des Deutschen Amateur-Radio Club (DARC) das Sommerfest in Odenthal. Sabine Foryta, Vorsitzende des Vereins zum Funker-Wochenende: „Am ersten Tag sind wir eigentlich nur mit Aufbauen beschäftigt. Das dauert seine Zeit, mit dem Aufbau der Zelte und dem Aufstellen und Abstimmen der Antennen. Den Tag lassen wir dann ganz locker mit Grillen und Lagerfeuer ausklingen.“

Ein wirklich festes Programm gibt es beim Funker-Sommerfest nicht, der Tagesablauf ergibt sich nach den Wünschen der Teilnehmer. Dazu gehören der Austausch über technische Neuigkeiten, Antennen, Messgeräte und selbstgebautes Equipment. Trotzdem wurde auch etwas geboten, zum Beispiel ein Peilwettbewerb. Im Wald neben dem Festplatz wurden fünf Sender versteckt. Wer sie in der kürzesten Zeit per Funk aufspürte, gewann den Wettbewerb.

Für die Kids gab es eine Lötecke, in der die Kleinen das Handwerk lernen. Neben den Bergisch Gladbacher Funkern und ihren Familien ist das Fest offen für alle. „Dieses Jahr sind Besucher aus Lohmar, Wuppertal, Köln, Leverkusen, Bonn und Schwelm dabei“, so Sabine Foryta. Die Besucherzahl ist stark wetterabhängig, mittlerweile finden sich aber pro Jahr ungefähr 50 Besucher auf dem Festplatz ein. Fleißig gefunkt wird natürlich auch, sei es über Kurzwelle oder Ultrakurzwelle. Der Unterschied besteht in der Reichweite: Per Kurzwelle kann man weltweit funken, per Ultrakurzwelle nur 400 bis 500 Kilometer. Für jede Art des Funkens wird ein bestimmter Frequenzbereich freigegeben.

Ein ganz besonderer „Gast“ kam aus Hawaii. Die Hobbyfunker empfingen einen CQ (allgemeiner Anruf über Funk) von einem Hawaiianer. Er sendete einen Funkspruch, in Bergisch Gladbach empfing man ihn. Das Ursprungsland eines CQs erkennt man an einem individuellen Rufzeichen. Diese sind in einer Liste mit Ländercodes verzeichnet. „Sobald man einen Funkspruch empfängt, fängt man einfach das plaudern an“, so Sabine Foryta. „Man erzählt sich, wo man gerade ist, was man tut, wie das Wetter ist. Einfach Smalltalk.“

Ulrich Käsbach ist Spezialist für eine andere Art des Funkens: die des ATV-Amateurfunk Video. Über Funk können ins Netz eingespeiste Videos, sogar Filme gesendet werden. „Fast wie Digitalfernsehen“, so Käsbach. Neben dem Sprechfunk und der Bildübertragung gibt es noch Morsetelegraphie und Datenübertragungen.

Die Jugend wird auch gefördert, und zwar durch eine Funkausbildung. Der Ortsverein Bergisch Gladbach des Deutschen Amateur-Radio Club veranstaltet in Zusammenarbeit mit den Funkern des Distriktes Baden die Ausbildung der Jugend und auch der erwachsenen Neueinsteiger. Es wird unterschieden zwischen der Klasse E (Jugendliche), die ungefähr drei Monate an Vorbereitung benötigt, und der Klasse A (alle Altersstufen), die sechs Monate in Anspruch nimmt. Nach der Vorbereitung wird eine Prüfung bei der Bundesnetzagentur in Köln abgelegt. So wird sichergestellt, dass der Funker-Nachwuchs nicht ausstirbt und die Begeisterung für den Funk weiterlebt.



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