Erstellt 17.10.08, 14:51h, aktualisiert 30.11.08, 16:14h
Wie der Schüler selbst in seinem Lebenslauf schilderte, besuchte er ab 1942 eine Lehrerbildungsanstalt, bis er bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges in einer Krankensammelstelle arbeiten musste. „Nach einer sechsmonatigen Tätigkeit in der Landwirtschaft trat ich am 15.10.1945 in die Klasse 8 des Gymnasiums Bergisch Gladbach ein“, schreibt er. „Anfänglich wirkte seine Art überheblich“, urteilt der Lehrer in seinem Gutachten, „doch hat der gesunde Einfluss der Klasse ihm zu einer richtigen Selbsteinschätzung verholfen. . . Bei den Kameraden ist er wegen seines frischen heiteren Wesens sehr beliebt.“ Dabei hatte es der Schüler Stockhausen nicht leicht: „Da mein Vater, der seit 1936 Angehöriger der deutschen Wehrmacht war, im Februar 1945 sein letztes Lebenszeichen aus Ungarn von sich gab, besuchte ich unter schwierigsten Verhältnissen die Schule.“ Um die große Verantwortung des jungen Stockhausens wusste auch der Lehrer, der das Gutachten verfasste: „Da er sehr musikalisch ist, verdient er einen Teil des notwendigen Lebensunterhaltes als Klavierspieler in einem Gasthaus oder als Einüber kleiner Laienspiele. Wohl bemerkt man ihm manchmal das Fehlen der Nachtruhe an, aber seine Leistungen sind im ganzen gut.“ (kad)
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