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Karlheinz Stockhausen

Eine Lücke hat sich geschlossen

Von Katja Decher, 21.10.08, 09:40h, aktualisiert 18.12.08, 19:08h

Die Stockhausenstiftung Musik nahm Abitur-Klausuren des Komponisten entgegen. Im Dezember ist in Kürten eine Ausstellung geplant, in der die Schulunterlagen präsentiert werden.

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Bei der Übergabe von Stockhausens Schulunterlagen herrschte große Freude bei den Beteiligten: (v.l.) Wilfried Lammert, Michael Scherwionke, Kathinka Pasveer, Suzanne Stephens und Jörn Spillmann. (Bild: Neumann)
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Bei der Übergabe von Stockhausens Schulunterlagen herrschte große Freude bei den Beteiligten: (v.l.) Wilfried Lammert, Michael Scherwionke, Kathinka Pasveer, Suzanne Stephens und Jörn Spillmann. (Bild: Neumann)
Bergisch Gladbach - Die Bibliothek des Nicolaus-Cusanus-Gymnasiums (NCG) ist um zwei Bücher reicher: Die Biografie von Michael Kurtz über den Kürtener Komponisten Karlheinz Stockhausen und ein Werk des Künstlers selbst: "Texte zur Musik." Suzanne Stephens und Kathinka Pasveer von der Stockhausenstiftung Musik hatten die Bücher und ein Bild des Komponisten als Dankeschön mitgebracht.

Grund dafür war das, was ihnen der pensionierte Lehrer und Vorsitzende des Fördervereins der Schule Wilfried Lammert, sein Kollege Jörn Spillmann sowie der kommissarische Schulleiter Michael Scherwionke überreichten: Abitur-Klausuren und einen selbst geschriebenen Lebenslauf von sowie ein Lehrer-Gutachten über Karlheinz Stockhausen aus dem Jahr 1947. Lammert hatte die Dokumente gefunden, als er Abiturarbeiten für ehemalige Schüler aus dem Keller herausgesucht hatte.

Kooperation mit Schulen

"Es ist wunderbar, dass wir nun auch etwas aus Stockhausens Schulzeit haben", freute sich Kathinka Pasveer. So habe sich eine Lücke in ihrem Archiv geschlossen. Sie freute sich noch mehr, als sie entdeckte, dass der Komponist sich in seiner Englisch-Klausur mit dem "Rattenfänger von Hameln" beschäftigt hatte. 1986 habe Stockhausen für sie ein Stück mit diesem Titel komponiert, erklärte Pasveer, die wie Stephens viele Jahre lang mit Stockhausen "gelebt und gearbeitet" hat.

In der Abitur-Klausur im Fach Deutsch musste der Komponist die Frage "Ist Macht unsittlich?" beantworten. "Man spürt, wie sehr dieser junge Mensch durch den Krieg und die »braune Zeit« verletzt wurde", fand Lammert. Aus diesem Grund sei Stockhausen sein Leben lang der Politik fern geblieben, bestätigte Stephens. Sie wusste außerdem eine Anekdote: Die Deutscharbeit sei zunächst von Lehrer Ewald Pees mit "gut" bewertet worden, von einem zweiten Prüfer jedoch auf "befriedigend" gesenkt worden. "Darüber war Stockhausen so betroffen, dass er aus Protest der Abschlussfeier fern blieb." In einer für Dezember geplanten Ausstellung in Kürten würden die Schulunterlagen präsentiert werden, so Stephens. Die Zusammenarbeit mit dem NCG möchte sie fortsetzen, um die Kooperation mit Schulen auszuweiten: "Wir könnten Veranstaltungen organisieren, in denen Stockhausens Werke interpretiert werden, und Seminare für Musik-Lehrer anbieten." Die ehemalige Schule Stockhausens sei der ideale Ausgangspunkt für ihr Vorhaben, erklärte Stephens: "Wir möchten ein Netzwerk aufbauen, um Stockhausens Musik auf allen Niveaus zu verbreiten."



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