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Typisierungsaktion

Fünf Milliliter retten ein Leben

Erstellt 10.11.08, 10:02h

„Klare Sache, dass ich mich registriere. Schließlich habe ich selbst Kinder“, sagt Silke Engbruch-Twele. Die Liefenrotherin hat bei der Typisierungsaktion für den leukämiekranken Daniel mitgemacht.

Gummersbach - Als die Organisatoren von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) um Punkt 10 Uhr die Türen der Aggerenergie öffnen, wartet Engbruch-Twele bereits mit dutzenden anderen Spendewilligen. Wenige Stunden später reicht die Warteschlange über 400 Meter bis zur Hauptstraße hinunter. Rund 3000 Oberberger haben am Samstag überprüfen lassen, ob ihre Stammzellen dem fünf Monate alten Daniel das Leben retten können - oder einem anderen Menschen mit Blutkrebs.

„Die Wahrscheinlichkeit, mit dieser Aktion einen passenden Spender für Daniel zu finden, ist gering“, räumt Helferin Lisa Blum ein. Denn für nur jeden fünften Leukämiekranken wird heute ein geeigneter Stammzellengeber ausgemacht. Die Chancen stehen 1 : 20 000. „Trotzdem müssen wir unser Glück versuchen und unseren Teil zu der Suche beitragen“, sagt Blum. Denn die Gummersbacher Typisierungsaktion könnte vielleicht einem Leukämiekranken anderswo helfen. „Und wenn irgendwo auf der Welt tatsächlich ein Knochenmarkspender für Daniel gefunden wird, dann nur aus einem Grund: Weil andere Initiativen solch eine Aktion durchgeführt haben.“

Jeder Oberberger, der sein Blut typisieren lässt, wird in das Verzeichnis der DKMS aufgenommen. Das Prozedere verläuft eigentlich schnell und einfach. Doch wegen des großen Andrangs müssen viele mehrere Stunden warten. An 40 Datenerfassungsplätzen im Foyer der Aggerenergie sitzen Freiwillige der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH). Hier müssen die Kandidaten in einen knappen Fragebogen ihre persönlichen Daten eintragen. Mit einer kleinen Ampulle gehts dann in den nächsten Raum, wo den Kandidaten fünf Milliliter Blut abgezapft wird. Die Probe kommt zur Typisierung ins Labor.

„Das tut auch gar nicht weh“, sagt Susanne Gossler. Sie hat sich soeben in die Hände des JUH-Rettungsassistenten Sebastian Schmidt gegeben. Er hilft kostenlos bei der Aktion mit - wie auch Sandra Krettek. „Als ich von der Aktion hörte, hab ich mich sofort gemeldet“, sagt die Schwester vom Gummersbacher Kreiskrankenhaus. Auch die Feuerwehrleute aus Lantenbach und Unnenberg sind unverzichtbar: Sie dirigieren die Flut der Spendenwilligen. (aga)



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