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Driescher Kreuz

„Kirmes-Kreisel“ streng nach Vorschrift

Von Matthias Niewels, 08.12.08, 18:48h, aktualisiert 12.12.08, 19:02h

Am Donnerstag ist es soweit: Dann sollen die Ampeln, Schranken und Lautsprecher das Driescher Kreuz sichern, wenn die Bahn für M-Real-Zanders fährt. So viel Größe und Technik hat seinen Preis: 330 000 Euro.

Driescher Kreisel
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Viele Monate hat die Fertigstellung des Driescher Kreisels gedauert. (Bild: KSTA)
Driescher Kreisel
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Viele Monate hat die Fertigstellung des Driescher Kreisels gedauert. (Bild: KSTA)
Bergisch Gladbach - Noch ist es ein Testbetrieb. Wenn die Bahn für M-Real-Zanders kommt, soll das Driescher Kreuz durch ein aufwändiges System von Schranken (14), Ampeln (23) und Lautsprechern (8) gesichert werden. Wenn alles nach Plan läuft, wird die Zanders-Bahn vier Mal am Tag fahren. Vier Mal werden sich die Schranken senken, werden die Ampeln leuchten und die Lautsprecher krächzen. Was noch fehlt ist die Abnahme der Bundesbahn - am Mittwoch ist die große Ortsbesichtigung.

Fest steht bereits jetzt, dass allen Beteiligten einiges geboten wird. Der beauftragte Gutachter Dieter Schuth meinte: „Das ist die größte Anlage, die ich kenne.“ Bürgermeister Klaus Orth (SPD) hat sie bereits zynisch-ironisch als „Touristenattraktion“ bezeichnet. Und einige seiner Mitarbeiter sprechen vom „Kirmes-Kreisel“.

Kostenaufteilung

So viel Größe und Technik hat seinen Preis. 330 000 Euro sind für Ampeln, Schranken und Lautsprecher ausgegeben worden. Den Zuschlag für das Gewerk erhielt die Firma „Scheidt und Bachmann“ aus Mönchengladbach. Grundsätzlich werden die Kosten gedrittelt: 110 000 Euro zahlt die Firma M-Real-Zanders, 110 000 Euro das Land und 110 000 Euro die Stadt. Allerdings holt sich die Stadt noch einmal 77 000 vom Land zurück: Bleiben für die Stadt nur noch 33 000 Euro. Martin Rölen, Sprecher der Stadt, sagte gestern: „Wir wollten diesen Aufwand nicht treiben, aber wir mussten uns der Rechtslage beugen.“ Hintergrund seien die Bestimmungen der „Eisenbahnkreuzungs-Verordnung“. Allerdings sagte Rölen auch, dass die Stadt von der Notwendigkeit der Schranken überzeugt sei. Und noch ein Argument spräche für die Dimensionen: „Nachrüsten wäre viel teurer geworden.“

Heikki Husso, Chef bei M-Real-Zanders, wollte sich zu der Sicherung des Bahnverkehrs im Driescher Kreisel nicht äußern. Nur so viel: „Uns hat man immer wieder gesagt, dass das nach deutschen Gesetzen nötig sei.“ Husso verweist darauf, dass sein Unternehmen zusätzlich Geld in die Hand genommen habe, um möglichst selten in den Kreisel zu fahren. Die Gleise auf dem Werksgelände wurden verlängert - so findet der gesamte Rangierverkehr dort statt. In Zukunft werde der Kreisel nur noch vier Mal blockiert - beim alten Driescher Kreuz sei dies bis zu 14 Mal der Fall gewesen. Gewartet wird die Anlage von Köln aus. Treten technische Defekte auf, können die Mitarbeitern von Zanders aber die Anlage auch per Hand steuern.

Der Sprecher der Stadt erinnert an die Zeiten vor dem Kreisel. „Da hat es doch andauernd gekracht.“ Tatsächlich war das Driescher Kreuz ein Unfallschwerpunkt. Insbesondere dann, wenn die Ampelanlage ausfiel.



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