Von Alice Ahlers, 23.01.09, 21:00h
Der Helm
„Viele Leute verzichten nur darum auf einen Helm, weil er nicht schön aussieht“, sagt Max Volk und hat deswegen das Modell „Crux“ entworfen. In der Vorbereitung wälzte er Unfallstatistiken. „Böse Verletzungen, manchmal sogar tödliche können durch das Tragen eines Helms vermieden werden“. Deswegen wollte er die klobigen Kopfbedeckungen nicht nur sicher und bequemer, sondern vor allem auch attraktiver machen. „Das Design des typischen Arbeitshelms hat sich seit 50 Jahren nicht geändert“, sagt er.
Eine neuartige Skimütze lieferte ihm die Idee zum Material, mit dem er die Helmschale füllte. Der Stoff ist im Normalzustand weich, so dass man ihn in die Tasche knuddeln kann. Bei einem Sturz verhärtet er sich und federt den Schlag auf den Kopf ab. Zu einem Helm, den man gerne trägt, wird „Crux“ außerdem durch andere Details: Ins Innere ist ein MP3-Player integriert und eine Schutzbrille eingebaut. An weiteren Stellen lassen zum Beispiel Messgeräte andocken. Alles unter einem Helm.
Die Nagelpistole
Beim Hämmern war es bisher immer so: Steckte der Nagel einmal in der Wand, musste man ihn umständlich mit der Zange wieder herausfriemeln, um ihn aus der Wand zu entfernen. Das Ergebnis waren nicht selten große Löcher, aus denen der Putz rieselte, unschöne kleine Krater, die über die ganze Tapete verteilt waren. Caspar Schmitz wollte das ändern. Für seine Nagelpistole benutze er einen speziellen Magnetismus. Durch ihn lassen sich metallische Gegenstände in alle Richtungen bewegen. „Für ein Werkzeug hat diesen Magnetismus noch niemand genutzt“, sagt Caspar Schmitz. Wer sich mit seinem Modell „Legan“ mal vernagelt, hat noch lange nicht verschossen. Genauso schnell wie sich der Nagel in die Wand bewegt, lässt er sich auch wieder herausziehen.
„Durch die Reversibilität kann das Nageln mit dem Schrauben konkurrieren“, sagt Caspar Schmitz. Das habe viele Vorteile: „Ein Nagel ist nicht nur billiger sondern auch schneller in der Anwendung“. Damit stellte der 26-Jährige gleich mal ein so simples wie bisher unangetastetes Design wie den Nagel in Frage. Nägel mit Köpfen machen? Nicht mehr nötig. Da das Hämmern entfällt, brauchen Nägel nämlich eigentlich keine Köpfe mehr. Das Gewicht des Werkzeugs konnte Caspar Schmitz auf unter 20 Prozent eines herkömmlichen Werkzeugs senken. Der Anwender trägt nur das Gewicht der Spulen und der Nägel. Damit kann der Handwerker durch die gesunkene körperlicher Belastung länger arbeiten.
Der Saugbagger
Maciej Puzons hat sich aufs Baggern konzentriert. Sein Mini-Gerät ist speziell dar auf konzipiert, Erde aufzureißen und sie hinterher auch gleich zu beseitigen. Ähnlich wie ein Staubsauger. „Eddy“ ist nicht groß und schwerfällig, sondern klein und wendig: 1,50 Meter lang, 80 Zentimeter breit und 1,60 Meter hoch. Die Maschine ist so klein, dass sie durch jede Tür passt. „Damit sind ganz neue Einsatzgebiete möglich“, sagt der 28-Jährige. Der Mini-Bagger gelangt auch dorthin, wo große Maschinen oder LKW nicht hinkommen. Zum Beispiel in Innenhöfe oder Keller. Auch auf Stromanschlüsse ist die kleine Maschine nicht unbedingt angewiesen. Ein Generator versorgt den Bagger mit Strom.
Außerdem ist „Eddy“ ferngesteuert. Die Vision: Der Arbeiter muss nicht hinabsteigen in dreckige Baugruben oder dunkle unterirdische Gänge, sondern steuert die Ausgrabungen von weitem. Nicht nur bequemer und luftiger, sondern auch sicherer, denn er befindet sich jenseits der Gefahrenzone. Der Baggerfahrer steht draußen, eine Fahrerkabine braucht das Gefährt auf diese Weise natürlich nicht. Deshalb ist es auch so klein.
Mit ihren Entwürfe haben sich die drei Kölner in diesem Jahr zumindest schon einmal ihr Design-Diplom erworben. Um ihre Werkzeuge jetzt unter die Handwerker und Bauarbeiter zu bringen, müssen sich die drei ehemaligen Studenten erstmal einen Partner aus der Wirtschaft suchen, der sie produzieren und vermarkten will. Interessenten gibt es bereits.
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