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Die Ölwehr macht den Dreck weg

Von Timm Gatter, 10.03.09, 10:41h, aktualisiert 10.03.09, 10:42h

Die private „Ölwehr Bergisches Land“ ist 365 Tage im Jahr einsatzbereit und beseitigt Gefahrstoffe auch im Nordkreis. Die Absaug- und Reinigungsfahrzeuge der Ölwehr werden bei Unfällen mit auslaufenden Betriebsstoffen eignesetzt.

Ölwehr Bergisches Land
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Sieht nur aus wie ein Feuerwehrauto: Die „Ölwehr Bergisches Land“ aus Wermelskirchen mit ihrem Fuhrpark bei einem Einsatz nach einem Unfall auf der Bundesstraße 51 in der Ortschaft Flügel. (Bild: Krieger)
Ölwehr Bergisches Land
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Sieht nur aus wie ein Feuerwehrauto: Die „Ölwehr Bergisches Land“ aus Wermelskirchen mit ihrem Fuhrpark bei einem Einsatz nach einem Unfall auf der Bundesstraße 51 in der Ortschaft Flügel. (Bild: Krieger)
Ölspur-Reinigung
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Ölspur-Reinigung auf der Burscheider Hauptstraße. (Bild: Berg)
Ölwehr-Chef Ralf Magney
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Ölwehr-Chef Ralf Magney hat fünf Berufe erlernt. (Bild: tim)
Ölspur-Reinigung
Ölwehr-Chef Ralf Magney
Wermelskirchen - Unvergessen ist der Unfall auf der Autobahn 1 Anfang März 2007: Da kam es in Höhe der Auffahrt Burscheid zu einem folgenreichen Zusammenprall zweier Lastwagen - der eine hatte gefrorene Schweineschwarten, der andere Metallgranulat geladen. Aus den umgestürzten Sattelschleppern floss das auftauende Fett mit dem Metallstaub auf die Straße und bildete eine schmierige, zähe Masse. Eine hartnäckige Schweinerei.

Streuen, Fegen, Saugen

Neben Polizei und Feuerwehr war damals die private „Ölwehr Bergisches Land“ von Ralf Magney aus Wermelskirchen fast zwölf Stunden lang damit beschäftigt, die gesperrte Strecke mit Spezialmaschinen wieder einwandfrei zu säubern und für den Verkehr herzurichten. Erst danach konnte die Polizei die Autobahn wieder freigeben. Nicht erst seit jenen Tagen sind die Absaug- und Reinigungsfahrzeuge der Ölwehr immer häufiger im Kreisgebiet und in Oberberg bei Unfällen mit auslaufenden Betriebsstoffen anzutreffen. Zuletzt wurde der Entsorgungsfachbetrieb Anfang Februar von den Technischen Werken Burscheid (TWB), Kreisbauhof und Landesbetrieb Straßen NRW alarmiert, als ein defekter Linienbus im gesamten Stadtgebiet erhebliche Mengen Öl verloren und eine Spur bis nach Witzhelden hinterlassen hatte. Für die Ölwehr zählen derartige Einsätze mittlerweile zum täglichen Brot. Mit den Spezialmaschinen und spezifischen Bindemitteln kann in einem Arbeitsgang gekehrt und abgesaugt werden. Die Reinigung erfolgt mit über 200 bar Hochdruck. Die in der Maschine integrierten Teller- und Schrubberbesen sorgen dafür, dass das giftige Gemisch mit Hilfe einer Vakuumpumpe in einen großen Tank gesaugt wird - die hydraulische Hochentleerung reicht bis 1,6 Meter. Anschließend wird der Schmutz zum für die Müllverbrennung zuständigen Entsorger Remondis transportiert.

Bereits vor rund sechs Jahren erweiterte das Wermelskirchener Gartenbauunternehmen Magney seinen Betrieb um den Entsorgungsfachzweig. Über 500 000 Euro stecken in dem hochmodernen Maschinenpark. Grundlage für Magneys Engagement sind die geänderten Feuerwehrgesetze der Länder, wonach die Ölspurbeseitigung nicht mehr zu den Pflichtaufgaben der Feuerwehren zählt. Wie Kreisbrandmeister Wolfgang Weiden im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ erklärte, sind die Wehren in erster Linie für Sofortmaßnahmen der Gefahrenabwehr zuständig - etwa wenn Erdreich, Kanalisation und Gewässer bedroht sind. Überspitzt formiert er es so: „Man stellt ja in seiner Firma keine hoch qualifizierten Mitarbeiter ein, um sie anschließend die Straße fegen zu lassen.“

Arbeits-Teilung

Zudem berichten die Freiwilligen Feuerwehren zunehmend über Schwierigkeiten mit Arbeitgebern. Die haben nämlich kein Verständnis dafür, dass die ehrenamtlich tätigen Kollegen ihren Arbeitsplatz verlassen, nur um eine Ölspur zu beseitigen. Weiden: „Kommunen wie Burscheid, Wermelskirchen, Hückeswagen oder Kürten haben dies weitgehend erkannt - weitere werden folgen.“

Ralf Magney (43), der mit seinem sechsköpfigen Team „365 Tage, 24 Stunden“ in Bereitschaft steht, betont die gute Kooperation mit den Wehren und Kommunen: „Die Feuerwehr wehrt Gefahren ab, wir reinigen die Fahrbahn.“



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