Von Timm Gatter, 10.03.09, 10:41h, aktualisiert 10.03.09, 10:42h
Streuen, Fegen, Saugen
Neben Polizei und Feuerwehr war damals die private „Ölwehr Bergisches Land“ von Ralf Magney aus Wermelskirchen fast zwölf Stunden lang damit beschäftigt, die gesperrte Strecke mit Spezialmaschinen wieder einwandfrei zu säubern und für den Verkehr herzurichten. Erst danach konnte die Polizei die Autobahn wieder freigeben. Nicht erst seit jenen Tagen sind die Absaug- und Reinigungsfahrzeuge der Ölwehr immer häufiger im Kreisgebiet und in Oberberg bei Unfällen mit auslaufenden Betriebsstoffen anzutreffen. Zuletzt wurde der Entsorgungsfachbetrieb Anfang Februar von den Technischen Werken Burscheid (TWB), Kreisbauhof und Landesbetrieb Straßen NRW alarmiert, als ein defekter Linienbus im gesamten Stadtgebiet erhebliche Mengen Öl verloren und eine Spur bis nach Witzhelden hinterlassen hatte. Für die Ölwehr zählen derartige Einsätze mittlerweile zum täglichen Brot. Mit den Spezialmaschinen und spezifischen Bindemitteln kann in einem Arbeitsgang gekehrt und abgesaugt werden. Die Reinigung erfolgt mit über 200 bar Hochdruck. Die in der Maschine integrierten Teller- und Schrubberbesen sorgen dafür, dass das giftige Gemisch mit Hilfe einer Vakuumpumpe in einen großen Tank gesaugt wird - die hydraulische Hochentleerung reicht bis 1,6 Meter. Anschließend wird der Schmutz zum für die Müllverbrennung zuständigen Entsorger Remondis transportiert.
Bereits vor rund sechs Jahren erweiterte das Wermelskirchener Gartenbauunternehmen Magney seinen Betrieb um den Entsorgungsfachzweig. Über 500 000 Euro stecken in dem hochmodernen Maschinenpark. Grundlage für Magneys Engagement sind die geänderten Feuerwehrgesetze der Länder, wonach die Ölspurbeseitigung nicht mehr zu den Pflichtaufgaben der Feuerwehren zählt. Wie Kreisbrandmeister Wolfgang Weiden im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ erklärte, sind die Wehren in erster Linie für Sofortmaßnahmen der Gefahrenabwehr zuständig - etwa wenn Erdreich, Kanalisation und Gewässer bedroht sind. Überspitzt formiert er es so: „Man stellt ja in seiner Firma keine hoch qualifizierten Mitarbeiter ein, um sie anschließend die Straße fegen zu lassen.“
Arbeits-Teilung
Zudem berichten die Freiwilligen Feuerwehren zunehmend über Schwierigkeiten mit Arbeitgebern. Die haben nämlich kein Verständnis dafür, dass die ehrenamtlich tätigen Kollegen ihren Arbeitsplatz verlassen, nur um eine Ölspur zu beseitigen. Weiden: „Kommunen wie Burscheid, Wermelskirchen, Hückeswagen oder Kürten haben dies weitgehend erkannt - weitere werden folgen.“
Ralf Magney (43), der mit seinem sechsköpfigen Team „365 Tage, 24 Stunden“ in Bereitschaft steht, betont die gute Kooperation mit den Wehren und Kommunen: „Die Feuerwehr wehrt Gefahren ab, wir reinigen die Fahrbahn.“
Ölwehr macht den Dreck weg
11.03.2009 | 18.35 Uhr | Reporter112
Diese Form von PPP (Public Private Partnership) taugt fürs Leben! Nur die Feuerwehren sind "immer da, immer nah" bei Gefahr. Mit den…
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