Schriftgröße

Modernisierung Bahnhof

Noch ist der Zug nicht abgefahren

Von Hans-Günter Borowski, 27.03.09, 20:08h, aktualisiert 27.03.09, 20:09h

Erleichtert hat der Verkehrsausschuss die Nachricht aufgenommen, dass die Deutsche Bahn zwar die Automatisierung der Stellwerkstechnik am Bahnhof plant, aber noch genug Zeit ist, über die Folgen dieser Modernisierung zu sprechen.

Leichlinger Bahnhof
Bild vergrößern
Der Bahnsteig soll erhöht werden und Personen-Aufzüge bekommen, das noch mit Schrankenwärtern besetzte alte Stellwerk am Leichlinger Bahnhof aufgegeben werden. (Bild: Berg)
Leichlinger Bahnhof
Bild verkleinern
Der Bahnsteig soll erhöht werden und Personen-Aufzüge bekommen, das noch mit Schrankenwärtern besetzte alte Stellwerk am Leichlinger Bahnhof aufgegeben werden. (Bild: Berg)
Leichlingen - Der Zug ist für die Stadt noch längst nicht abgefahren. Erleichtert nahm der Verkehrsausschuss in seiner Sitzung am Donnerstagabend die Nachricht auf, dass die Deutsche Bahn zwar die Automatisierung der Stellwerkstechnik am Leichlinger Bahnhof plant, aber noch genug Zeit ist, miteinander in Ruhe über die Folgen dieser Modernisierung zu sprechen. Vor allem über die zukünftige Gestaltung des Bahnübergangs ist noch keine Entscheidung gefallen. Damit kommen auch die in den vergangenen Tagen neu entfachten Überlegungen, die Bahnschranke auf der Hochstraße zu schließen und durch eine Fußgängerunterführung oder einen Straßentunnel zu ersetzen, in ruhigeres Fahrwasser.

CDU-Bahnexperte Helmut Langer hatte wegen der bevorstehenden Umbauten wie berichtet darauf gedrängt, die Chance zu nutzen und die Bahnschranke zu schließen. Und die Nachricht, dass die Schranke an der Hochstraße durch Halbschranken ersetzt werden soll, hatte auch bei SPD und UWG Sicherheitsbedenken und Tunnelideen ausgelöst. Nach dem Vortrag von zwei Vertretern der Netz AG der DB aus Duisburg und Düsseldorf, die zur Sitzung eingeladen worden waren, entspannte sich die Lage aber. Denn sie erklärten, dass sich an der bestehenden Schrankenlösung nicht zwangsläufig etwas ändern muss.

Bahnhofsumfeld verbessern

Durch den Bau eines elektronischen Stellwerks in Solingen wird das aus den 60er Jahren stammende bemannte Leichlinger Stellwerk am Bahnhof ab 2012 überflüssig. Denn die neue Technik erlaubt es, Signale und Weichen aus der Ferne zu steuern. Gleichzeitig ist nach Angaben der Bahn eine Erhöhung des Bahnsteigs auf einstiegsfreundlichere 76 Zentimeter geplant sowie der Bau von zwei Aufzügen, welche die Treppen-Unterführung und das Behinderten-Tor im Schrankenbereich ersetzen. Die Sorge, dass damit zwangsläufig auch die Umrüstung auf halbe Schlagbäume verbunden ist, zerstreuten die Bahn-Vertreter. Zwar werden bei automatisierten Bahnübergängen normalerweise Halbschranken montiert, damit zwischen den geschlossenen Balken keine Autos oder Fußgänger versehentlich im Gleisbereich gefangen werden können. Diese Gefahr könne aber auch durch eine mit Radar überwachte Vollschranke, wie vorhanden, ausgeschlossen werden. Den dringenden Appell, letztere Lösung vorzusehen, nahm die DB aus der Sitzung mit. Ansonsten wollen die Politiker die für Anfang April terminierten Gespräche der Bahn mit der Verwaltung abwarten.

Dabei soll ausgelotet werden, inwieweit der Abbruch des Stellwerks eine Gelegenheit wäre, das Bahnhofsumfeld zu verbessern und das Verkehrshindernis Bahnschranke zu ersetzen - auch mit finanzieller Beteiligung der Bahn.

Einige Veränderungen sind vor drei Wochen bereits bei einer gemeinsamen Ortsbesichtigung von Stadt und Bahn mit Polizei und Straßenverkehrsbehörde zur Sprache gekommen. Bei dieser so genannten „Bahnübergangsschau“ hat die Bahn AG auf die unverzügliche Schließung von Zufahrten in unmittelbarer Nähe von Bahnschranken gedrängt. Denn in diesem Gefahrenbereich müssen Staus durch abbiegende Fahrzeuge, Traktoren oder Lkw ausgeschlossen werden. Ein offener Wirtschaftsweg auf Leverkusener Seite der Gleise am Rothenberg ist danach sofort mit Pfosten gesperrt worden. An der Hochstraße verlangt die Bahn zur Verwunderung der Verwaltung die Schließung der privaten Zufahrt zum Garagenhof hinter der früheren „Wollstube“.

Darüber ist das letzte Wort noch nicht gesprochen, weil die Stadt dies für unzulässig hält. Weiter verboten bleibt das Linksabbiegen zum Tiergarten und zum südlichen Betriebshof des Raiffeisenmarkts. Überprüft wird noch, ob aus der Bahnhofstraße kommenden Lastwagen auch das Rechtsabbiegen Richtung Erzeugermarkt / Adrion untersagt werden muss.



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Orte des Geschehens

große Karte

WAS.WANN.WO.


Anzeige


Bildergalerien


Unsere Serien


Hintergrund


Hintergrund


Stadtmenschen Community


Extra


Top-Links (Anzeige)


Dienste