Von Stefan Kunze, 03.04.09, 17:39h, aktualisiert 05.04.09, 15:27h
Um genau so eine Satzung ging es diese Woche im Umweltausschuss der Stadt. Nachdem die Satzung 2005 abgeschafft wurde, hatten die Grünen beantragt, sie wieder einzuführen. „Seit damals sind sehr viele Bäume in der Stadt verschwunden“, erklärte Peter Baeumle-Courth (Grüne). Teilweise hätten die Anwohner ganze Waldstücke gefällt, damit, falls der Grund einmal Bauland werde, kein Baum im Wege stehe.
Die Stadt konnte zu dieser Darstellung keine konkreten Angaben machen. Der Mitarbeiter, der bis 2005 für die Bäume zuständig war, wurde damals versetzt. In der Folge seien aber einige „ortsbildprägende Bäume auf privatem Grund“ gefällt worden.
Die CDU stimmte gegen die Baumschutzsatzung: „Unsere Bürger haben ein vernünftiges Verhältnis zu ihren Bäumen. Die hauen die nicht einfach um“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzender Peter Mömkes. An vielen Häusern seien beispielsweise früher Bäume viel zu dicht ans Haus gepflanzt worden. „Da muss man in der Wohnung dann schon nachmittags das Licht anmachen und die Wurzeln drücken gegen das Fundament.“
In einer Baumschutzsatzung sind eine Reihe von Gehölzen aufgelistet, die als besonders schützenswert erachtet werden. Diese Bäume dürfen - wenn überhaupt - nur unter Auflagen gefällt werden. In Bergisch Gladbach gab es in der alten Satzung die Möglichkeit, eine Ausgleichsabgabe zu zahlen. Von diesem Geld, das für jeden gefällten Baum vom Eigentümer gezahlt werden muss, wurden an anderer Stelle Bäume gepflanzt. Die Stadt nahm dadurch im Schnitt 45 000 Euro pro Jahr ein. Die zusätzlichen Kosten für die Mitarbeiter, die die Satzung überwachen, liegen laut Verwaltung bei rund 80 000 Euro. „Das sind über 30 000 Euro Kosten für die Kommune, von denen wir jedes Jahr reichlich Bäume pflanzen könnten“, rechnete Mömkes vor. Er schlug vor, eine Liste aller ortsbildprägenden Bäume zu erstellen und diese als Naturdenkmale auszuweisen.
Im Umweltausschuss wurde die Satzung mit den Stimmen von CDU, FDP und BfBB abgelehnt. SPD und Grüne stimmten dafür.
Baumschutzordnung kontraproduktiv
06.04.2009 | 11.51 Uhr | renssak
Eine neue Baumschutzordnung würde gar nichts bringen - sie wäre eher kontraproduktiv.
Würde eine neue Baumschutzordnung kommen, würde jeder…
Wieviel Schutz brauchen die Bäume
04.04.2009 | 18.12 Uhr | martinschieb
Als Nachbarn haben wir auch ganz entsetzt festgestellt, das der Baum in der Hermann-Löns-Str. gefällt wurde. Die Baumschutzsatzung sollte allein aus…
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|
Anzeige