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Migrantenbetriebe gefördert

Mehr Mut zur Ausbildung

Von Malte Ewert, 24.04.09, 19:56h

Weitere drei Jahre lang will man sich in Rhein-Berg und Oberberg verstärkt darum bemühen, Jugendlichen mit Migrationshintergrund einen Ausbildungsplatz zu besorgen. Bisher bilden in beiden bergischen Kreisen maximal 700 Betriebe aus, deren Chefs Ausländer sind oder ausländische Vorfahren haben.

Rhein-Berg - In den beiden bergischen Kreisen gibt es 3400 Betriebe, deren Chefs Ausländer sind oder ausländische Vorfahren haben. Davon bilden maximal 700 Betriebe aus. Da ist also noch Luft nach oben. Meist scheitert die Bereitschaft zur Ausbildung an Sprachproblemen oder an Berührungsängsten mit den Fallstricken des deutschen Ausbildungssystem. Um dies zu ändern, hat die Caritas Rhein-Berg jetzt eine neue Aktion gestartet, mit der sie innerhalb der nächsten drei Jahre für 105 zusätzliche Ausbildungsstellen sorgen will. Diese könnten - nicht ausschließlich, aber doch vorrangig - Jugendlichen mit Migrationshintergrund zugute kommen. „Ausbildung in Migrantenbetrieben“ (AiM) heißt das Projekt, das von öffentlichen Stellen großzügig unterstützt wird.

AiM schließt an die Aktion „Migrantenbetriebe bilden aus“ an, die vor drei Jahren ins Leben gerufen worden war und bis heute für 90 Lehrstellen gesorgt hat. „Das ist für uns ein überaus wichtiges Aufgabenfeld und ein ganz besonderer Auftrag“, sagte Caritas-Geschäftsführer Hans-Peter Bolz bei der Vorstellung des Projekts im Kreishaus. Sein Verband trägt 20 Prozent der Kosten. Caritas-Mitarbeiter sollen zunächst weitere Migrantenbetriebe für Ausbildungsplätze gewinnen. Dann aber sollen sie den gesamten Prozess begleiten: Formalitäten regeln, Jugendliche an die Hand nehmen und in Schulen für berufsvorbereitende Aktionen werben.

Mit ins Boot geholt wurden Arbeitsagentur, Kreisverwaltung, Handwerkskammer, Industrie- und Handelskammer sowie Kreishandwerkerschaft. Denn zwei Drittel der Ausbildungsplätze sollen diesmal in Handwerksbetrieben gesucht werden. Landrat Rolf Menzel sagte seine Unterstützung zu: „Wir wollen Türen öffnen und um Unterstützung werben. Denn ein Arbeitsplatz ist für die Integration der Migranten von entscheidender Bedeutung.“

Geleitet wird das Projekt von den Caritas-Mitarbeitern Funda Öztürk, Werner Schmitten und Myriam Mayolle. Schmitten: „Unsere Absicht ist: Wir lassen Ausbilder und Auszubildende während der gesamten Zeit nicht allein.“ Die Zuschüsse kommen aus dem Jobstarter-Programm verschiedener Bundesbehörden.



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