Von Julia Lappert, 10.05.09, 16:57h, aktualisiert 10.05.09, 18:18h
Auf den einzelnen Etappen finden Begegnungen zwischen den Religionen statt. „Wir besuchen auch Schulen, öffentliche Einrichtungen und Gotteshäuser“, so Merten. An der Moschee am Refrather Weg versammelten sich Christen und Muslime, um Texten zum Thema Schöpfung zu folgen. Imam Hafiz Hüseyin Kont von der Islamischen Gemeinde, Gabriele Behr, Vorsitzende des Kreiskatholikenrats und Pfarrer Kurt Röhrig, Vorsitzender des Ökumeneausschusses im Rheinisch-Bergischen Kreis trugen Texte aus dem Koran, dem Alten und Neuen Testament vor. Anschließend wurde das 150 Kilo schwere Rad zum Konrad-Adenauer-Platz gerollt, wo Bürgermeister und Schirmherr Klaus Orth die rund 100 Gäste begrüßte: „Ein solches Zeichen der Toleranz ist wichtig für eine bunte Stadt wie Bergisch Gladbach mit einer Vielfalt von religiösen Bekenntnissen und ethnischen Herkünften.“ Alle Bürgermeister, durch deren Orte und Städte das Rad in den nächsten Tagen rollen wird, haben die Schirmherrschaft übernommen.
Bundestagsabgeordneter Wolfgang Bosbach (CDU) lobte vor allem die „charmante Hartnäckigkeit“, mit der die Künstler aus Burscheid ihr Projekt verfolgten. Der evangelische Pfarrer Thomas Werner sagte: „Das Einzige, das hilft, ist der Dialog zwischen den Religionen.“ Er sehe den „Engel der Kulturen“ als ein Zeichen für Respekt, Toleranz und gegenseitige Achtung. Zum Thema Liebe richteten ebenfalls der katholische Pastor Norbert Hörter und Lokman Aksu ihre Worte an die Gäste. Um die Stellen aus dem Koran für alle verständlich zu machen, wurden sie aus dem Arabischen ins Deutsche übersetzt. Da es in Bergisch Gladbach keine jüdische Gemeinde gibt, gestaltete stellvertretend das Kölner Swing und Klezmer Trio „A Tickle in the Heart“ das Programm mit. Dem „Engel der Kulturen“ folgten die Besucher zur Gnadenkirche, dritte und letzte Station an diesem Tag. Vertreter der drei Religionsgemeinschaften sowie eine Referentin der griechisch-orthodoxen Kirche sprachen dort zum Thema Frieden und Freiheit. Vor dem Eingang der Kirche wurde der „Engel der Kulturen“ in Sand gelegt. Zurück blieb ein Abdruck, das Wechselbild des Zeichens. Ein interkulturelles Fest im Gemeindesaal beschloss den ersten Tag des „Engels auf Reisen“.
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