Von Daniela Fobbe-Klemm, 22.06.09, 18:24h
Der Dienst an der Feuerwehrspritze gehört in der Familie Lutz einfach dazu. „Schon mein Opa ist im Schlafanzug mit dem Horn in der Hand auf dem Motorrad durch Blecher gedüst, um die Kameraden zum Einsatz zu alarmieren“, berichtet Lutz aus Zeiten, die auch er nur noch von Erzählungen kennt. Selbst erlebt hat er aber, wie die Mutter die Sirene auf dem Dach des Elternhauses aufheulen ließ, während sich sein Vater schon die Schutzkleidung anzog.
Arbeitsteilung und die Unterstützung der jeweiligen Ehefrauen - anders wären Selbstständigkeit und Ehrenamt nicht miteinander zu vereinbaren gewesen, das weiß Lutz. Wie viele Stunden er in den vier Jahrzehnten im Einsatz war, kann er nicht mehr genau sagen. Nur dass er sich 1967 zwischen Fußball und Feuerwehr entscheiden musste. Die Wahl fiel auf die Feuerwehr, und das hat Karl-Heinz Lutz nie bereut: „Auch wenn manche Einsätze sehr hart sind. Das gute Gefühl, Menschen helfen zu können, das ist Motivation genug, es immer wieder zu tun.“
Fußball und Feuerwehr
Gemeinsam mit Hermann-Josef Laudenberg hat Lutz in den 1970er Jahren die Jugendfeuerwehr in Odenthal aufgebaut. 1976 gab Lutz den Anstoß für die Sportabteilung. Anlass waren Einladungen zu Fußballturnieren unter Feuerwehrgruppen. „Ich sah darin eine tolle Gelegenheit, meine Liebe zum Fußball und die Arbeit bei der Feuerwehr zu kombinieren“, schmunzelt er. Das scheint ihn aber nicht ausgelastet zu haben: Die Tanzgruppe „The Original Firebrigade Men“, gegründet 1983, war bis 2000 fester Bestandteil vieler Feuerwehrfeste deutschlandweit.
Begonnen hatte alles mit der Idee, die Feuerwehrarbeit auf der Bühne zu tanzen. Schnell kamen akrobatische Einlagen mit Leitern, der Bau menschlicher Pyramiden und sogar eine Stripteaseeinlage hinzu. „Nachdem aber die ersten Meniskusoperationen hatten und Schulterprobleme bekamen, mussten wir aufhören. Der letzte Auftritt war auf meinem 50. Geburtstag", erinnert er sich.
Zum Wehrführer wurde Lutz 1990 „weil ich immer die Klappe so weit aufgerissen habe“, wie er selbst sagt. Gemeint ist damit, dass Lutz die ehemalige Wehrleitung immer wieder kritisiert hatte und als diese zurücktrat, aufgefordert wurde, es besser zu machen. Das scheint ihm nicht nur mit dem 1996 gegründeten Ersthelfertrupp gelungen zu sein. Die Konkurrenz, die ehemals zwischen den Löschzügen Nord und Süd herrschte, verwandelte sich nach und nach in ein konstruktives Miteinander.
Der neue Wehrführer wird erstmals je einen Stellvertreter aus Nord (Tobias Peter) und Süd (Axel Staehler) bekommen. Angst vor Langeweile ohne aktiven Feuerwehrdienst hat Lutz nicht. Er wechselt in die Alters- und Ehrenabteilung, in der er Veränderungsbedarf ausgemacht hat. Außerdem gibt es noch seine Gärtnerei und das zweite Nachbarschaftsfest in der Gartenstraße am 15. August, das will auch geplant werden.
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