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Markus Stockhausen

Ganz allein dem Gefühl gefolgt

Von Christian Leinweber, 23.06.09, 16:48h

Markus Stockhausen gab ein Solokonzert in der Villa Zanders. Der Jazztrompeter und Komponist ließ für seine zahlreichen Zuhörer „die Seele singen“: mit improvisierter Musik, ganz der Intuition folgend.

Markus Stockhausen
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Markus Stockhausen versuchte mit seinem Solokonzert Musik für den Augenblick zu erschaffen. (Bild: CA)
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Markus Stockhausen versuchte mit seinem Solokonzert Musik für den Augenblick zu erschaffen. (Bild: CA)
Bergisch Gladbach - Kann die Seele singen? Eine Antwort darauf sollten die zahlreichen Gäste der Villa Zanders bekommen. Eine Trompete und ein Klavier, ein Synthesizer und der Weg der Intuition: mehr brauchte Markus Stockhausen nicht, um in seinem Solokonzert „Wenn die Seele singt“ Musik für den Augenblick zu erschaffen. 25 Jahre arbeitete der Jazztrompeter intensiv mit seinem Vater, dem Komponisten Karlheinz Stockhausen, zusammen, seit zwei Jahren konzentriert er sich auf seine Arbeit als Improvisator, Komponist und Interpret eigener Werke.

„Die Richtung“, erklärte Stockhausen an diesem Abend, „entsteht beim Spiel.“ Keine vorgefertigte Komposition, nur „meine Befindlichkeit und die Akustik bestimmen das Konzert“. So betrat die Melancholie mit den ersten Trompetentönen den Raum, erfüllte ihn mit einer Mischung aus Sehnsucht und Leichtigkeit. Stockhausen erspürte die Tonfolgen, variierte, fügte hinzu und gab der Idee so Form und Ausdruck. Das Spiel war Harmonie, die Seele offenkundig kein Freund von schrägen Tönen.

Eine Dame saß mit geschlossenen Augen im Publikum, den Mund leicht geöffnet, in die Darbietung vertieft. Etwas Traumhaftes lag im Klang - lange vergessene Gedanken und Empfindungen verschmolzen mit der Musik. Danach der Weckruf: Der multitaskingfähige Musiker bediente Klavier und Trompete gleichzeitig, ließ die Instrumente im dramatischen Spiel aufeinander los. Was würde sich behaupten? Die Wucht des Klaviers, die Eindringlichkeit der Trompete? Stockhausen, so schien es, ließ seinen Emotionen freien Lauf - Bauchgefühl statt Kopflast. Weite Klangflächen des Synthesizers untermalten danach das Trompetenspiel, gaben der Darbietung zusätzliche Dichte, bevor sie in einer aufblitzenden Disharmonie endete.

Doch nicht alles war Melancholie. Gänzlich unbeschwert ging es zu, als ein Rhythmus Struktur ins Klangbild brachte: Stockhausen animierte die Besucher, sein beschwingtes Trompetenspiel mit Fingerschnipsen zu begleiten. Die Barriere zwischen Künstler und Publikum wurde kurzzeitig aufgehoben, das Konzert zum kleinen Happening. Stockhausen faszinierte mit einem musikalischen Ereignis, losgelöst vom Hier und Jetzt, fantasievoll und eindringlich. Dass Musik ein Träger von Gefühlen ist, wurde an diesem Abend hörbar und spürbar.

Mit diesem Highlight geht die Saison 2008 / 2009 der Galeriekonzerte unter der künstlerischen Leitung von Frank Joeres zu Ende. Begeistert wurde Stockhausen von den Besuchern gefeiert. Zu guter Letzt spielt er augenzwinkernd den Karnevalstusch auf dem Klavier und bat zum Kölsch. Endstation Wirklichkeit.



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