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Musik-Festival

Musik an der Schmerzgrenze

Von Sebastian Kehrbaum, 28.06.09, 19:02h

Im Megaphon in Burscheid gab es ein ganzes Wochenende Industrial. 100 Fans kamen von überallher, um die Stars der Szene zu hören. Noch hat die Szene nur wenige Anhänger. Höhepunkt war eine Band aus Japan: „Hijokaidan“.

Megaphon
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Der Sound von „Raumschiff Enterprise“ Im Megaphon: Christian Stritzel (r.) bedient das Theremin. (Bild: Krieger)
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Der Sound von „Raumschiff Enterprise“ Im Megaphon: Christian Stritzel (r.) bedient das Theremin. (Bild: Krieger)
Burscheid - Das Megaphon bebte, als der N.Strahl.N seine Musik auflegte. So laut, dass das Trommelfell der Zuhörer doch arg strapaziert wurde: „Du musst dich mehr in das Ambiente einfühlen“, empfahl einer der Fans. Industrial, das ist Musik mit Geräuschen am Rande des Erträglichen und nah an der Schmerzgrenze, etwa grelle Schreie oder extrem hohe Töne - wohl die einzige Musikrichtung, bei der niemand beleidigt ist, wenn man sie Lärm nennt.

Mal ohne Rhythmus, mal mit schnellem Rhythmus, aber doch immer mit erkennbarer Struktur: „Das ist nichts für jedermann“, weiß Andreas „Stöfi“ Stoeferle, der das Festival organisiert hat. Am Freitag und Samstag kamen rund 100 Anhänger unter anderem aus Österreich, Frankreich, der Schweiz, England und Japan: „Die Szene ist nicht so groß wie bei anderen Musikrichtungen“, so Stoeferle. Mit der Besucherzahl sei er ganz zufrieden, zumal so ein Festival-Wochenende nicht ganz billig sei.

So international gemischt wie die Zuhörer waren auch die zehn Bands: Höhepunkt am Samstagabend war die japanische Gruppe „Hijokaidan“, die seit 1979 ihre Fans mit „Noise“, also Krach, erfreut. Gastmusiker brachten sie Mani Neumaier mit, der vielen als Frontmann der Krautrock-Band „Guru Guru“ bekannt ist.

„Raumschiff Enterprise“

Etwas ruhiger gingen es Phelios und Christian Stritzel mit „Dark Ambient“ an, einem Stil, der auch vom Industrial beeinflusst wurde. Dark Ambient sei eine Art schwebende Musik mit vielen verzerrten Klängen. Stritzel spielte auf dem Theremin, einem elektronischen Musikinstrument, das ohne Berührung gespielt wird und mit dem solche schwebenden Klänge erzeugt werden können, wie man sie aus der Titelmelodie von „Raumschiff Enterprise“ kennt. „Das Tolle daran ist, dass Du das mit vollem Körpereinsatz spielst.“ Zwei Antennen ragen aus dem Gerät heraus: je eine für die Lautstärke und die Tonhöhe.

Nachdem „N.Strahl.N“ die Bühne verlassen hatte, kündigte ein Fan an: „Das dicke Brett kommt noch!“ Für Electroscope (27) aus Dortmund und Philip (25) aus Bonn war es bisher noch ein wenig zu ruhig: „Das ist noch was, was man auch zu Hause hören kann.“ Die Musik müsse extrem laut gehört werden, sonst wirke sie nicht. Andreas Stöferle sagt es so: „Beim Kartoffelschälen kannste das nicht hören.“



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