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Knochenmarkspende

Große Welle der Hilfsbereitschaft

Von Gisela Schwarz, 23.07.09, 18:46h, aktualisiert 05.08.09, 16:02h

Die Aktion Knochenmarktypisierung für den leukämiekranken Gereon Pischel löst in der Region Betroffenheit und Mitgefühl aus. Der Andrang war so groß, dass die Spendenwilligen teilweise Schlange stehen mussten.

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Iris Pischel nimmt Nancy Werner von der Stadtverwaltung Blut für Knochenmarktypisierung ab. (BILD: Neumann)
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Iris Pischel nimmt Nancy Werner von der Stadtverwaltung Blut für Knochenmarktypisierung ab. (BILD: Neumann)
Bergisch Gladbach - „Bitte rettet unseren Papa!“ Dick unterstrichen ist der Aufruf der Kinder des 38-jährigen Gereon Pischel aus Overath, der dringend auf einen passenden Knochenmarkspender wartet. Auch im Aufzug des Vinzenz-Pallotti-Hospitals klebte gestern der Zettel, löste bei den Patienten und Besuchern große Betroffenheit aus. Doch viele fuhren bewusst bis in die vierte Etage, denn dort fand ab zehn Uhr die erste Aktion für die Bluttypisierung der potenziellen Spender in der gynäkologischen Abteilung des Vinzenz-Pallotti-Hospitals statt. Hier arbeitet Pischels Frau Iris als Gynäkologin. Ihre Kollegen haben den Aufruf für die Typisierung gestartet, um ihren Beitrag für den Erhalt des Lebens zu leisten.

„Die Typisierung kommt ja nicht nur meinen Mann Gereon zugute, sondern allen Krebskranken, die eine Knochenmarkspende benötigen“, sagte Iris Pischel sichtlich beeindruckt von der großen Hilfsbereitschaft. Vor fünf Jahren hatte Gereon Pischel bereits erfolgreich den Lymphdrüsenkrebs Morbus Hodgkin überstanden, doch vor gut einem Monat wurde eine besonders aggressive Leukämieform bei ihm festgestellt. „Es handelt sich um ALL, akute lymphatische Leukämie, mein Mann wurde in die Hochrisikogruppe eingestuft“, berichtete die Ärztin. „In der Uniklinik Köln wurde direkt die Hochdosis-Chemotherapie eingeleitet. Es ist eine sehr schwere Zeit, aber er will leben.“

Noch vor Beginn um 10 Uhr trafen die ersten Spendenwilligen ein - darunter eine ganze Busladung mit Schwesternschülerinnen, die in die Station 4 zur Blutabnahme strebten. „Innerhalb von zwei Stunden über 130 Blutspender“, berichtete Schwager Andreas Hoernel, der im Flur der Station die Spendenwilligen aufklärte und ihnen die Erklärung zum Einverständnis übergab. Zeitweise mussten sie Schlange stehen, die drei Ärztinnen hatten viel zu tun, den Andrang zu bewältigen. Zunächst wurde den Spendenwilligen Blut abgenommen.

Später wird es im Labor typisiert, auf bestimmte Merkmale untersucht und registriert, die mit den Daten von Gereon Pischel und anderen verglichen werden. Wird ein solcher „genetischer Zwilling“ gefunden, werden den Spender nach weiteren Untersuchungen Stammzellen oder Knochenmarkspende entnommen und dem todkranken Patienten zugeführt. Die Chance, wieder gesunde Zellen zu entwickeln, wächst enorm. „Vor einer Knochenmarkentnahme hätte ich keine Angst - mit einen kleinen einmaligen Schmerz könnte ich ein Leben retten“, erklärte der Krankenpflegeschüler Jan Felderhoff.

Über 200 E-Mails hat Petra Mertes von der Elternschule am VPH mit dem Spendenaufruf und eingescannten Zeitungsartikeln verschickt: „Die Resonanz war überwältigend.“ Die 46-jährige Claudia Ueberberg wurde über Zeitung, Nachbarn und den überall aushängenden Spendenaufruf zur Blutentnahme animiert: „Es findet eine große Vernetzung statt, man wird immer wieder darauf hingewiesen. Deshalb habe ich mich spontan zum Mitmachen entschlossen.“ Viele gaben außer der Blutspende auch 50 Euro für die Kosten der Typisierung ab. Die VR-Bank Bergisch Gladbach-Overath-Rösrath hat die rund 240 Mitarbeiter zum Typisieren ermuntert. „Wir übernehmen die Kosten“, versprach Vorstand Franz Hardy.



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