Von Tobias Höller, 26.08.09, 18:04h, aktualisiert 26.08.09, 18:06h
„Wir zeigen heute aber nicht nur die großen und teuren Modelle“, erklärte Vorstandsvorsitzender Wolfgang Trösser. „Wir präsentieren vor allem Alltagsmodelle, Modellflug so, wie er ist.“ Gerade am Nachmittag konnte sich der Verein über regen Besuch freuen. „Wir wollen wahrgenommen werden - das ist bei einem Hobby so weit da oben sehr schwer", sagte Trösser.
Das Vereinsheim wurde für die Gäste zu einem kleinen Museum umgestaltet: Info-Tafeln und Fotografien erzählten die Geschichte vom Fliegen in Bergisch Gladbach. Oder zumindest von Fliegern aus Bergisch Gladbach, wie Trösser bemerkte: „Hier in Gladbach kämpfte der Verein früher jahrelang um einen eigenen Flugplatz, was aber illusorisch ist und bleiben wird. Wir sind hier viel zu nah am Kölner Luftraum.“ Deshalb kooperiert der Club mit dem LSV Wipperfürth, der über eigene Anlagen verfügt.
Trotzdem bleibt man dem Vereinsheim in Bergisch Gladbach treu. In der dortigen Werkstatt wird der Nachwuchs an das Hobby herangeführt. Schon mit zwölf Jahren kann man Mitglied in der Modellflugabteilung des Vereins werden. Die Nachwuchspiloten bauen in Kleinstarbeit an ihren Modellen, nur das allererste ist bei allen gleich „Das erste Modell wird aus Holz gebaut, ganz ohne Bausatz, nur nach Plan.“, so Metten. Für ihn ist dieses „Selbermachen“ sehr wichtig, hat man doch eine andere Beziehung zu einem über viele Monate gebastelten und gepflegten Werkstück als zu einem gekauften Bausatz.
Starke Gemeinschaft
„Nachwuchsprobleme haben wir wie jeder Verein zur Zeit“, stellte Trösser fest. Allerdings habe man als Luftsportverein ein ganz besonderes Problem: „Fliegen verlangt große innere Motivation und starken Leistungswillen. Man investiert oft ganze Wochenenden, nur um einige Minuten lang selber zu fliegen. Fußballspielen ist da unkomplizierter, da geht's auf den Platz und man kann mitmachen.“ Vor allem beim Segelfliegen komme es auf die Gemeinschaft an. Damit einer die Welt von oben sehen kann, müssen unten auf dem Boden gleich mehrere Helfer an der Seilwinde mit anpacken. Eben diese gegenseitige Hilfe aber mache nicht nur das Vereinsleben aus, sondern auch das Hobby bezahlbar. „In einer professionellen Flugschule bekommt man seinen Schein schneller, aber für einen wesentlich höheren Preis“, erläuterte Trösser. Im Verein arbeiten die Lehrer ehrenamtlich, die Theorie wird im Clubheim gelernt und auch die Flugstunden sind billiger. Trotzdem bleibt Fliegen teuer: Ein Liter Treibstoff für ein Motorflugzeug kostet zurzeit etwa zwei Euro, was bei einem Verbrauch von 30 Litern die Stunde schon allein 60 Euro nur für den Sprit ausmacht. Damit nicht jede Flugstunde so ins Geld geht, nutzt der Verein auch Flugsimulationen, der laut Metten „so gute Software zugrunde liegt, dass das Ganze zu 99 Prozent der Wirklichkeit entspricht“.
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