Von Daniela Fobbe-Klemm, 22.10.09, 17:54h, aktualisiert 22.10.09, 17:55h
„Nach einem Job, der mich den ganzen Tag in Köln gehalten hat, musste ich noch Pferd und die Hunde versorgen. Und dann gab es ja noch eigene Aufträge als Designerin, die ich zu bearbeiten hatte. Nach einem halben Jahr Plackerei hatte ich einen richtigen Burnout. Da wollte ich nur noch etwas für mich machen, etwas Schönes, Schillerndes“, erzählt Arens, wie die Idee zur „Schillerei“ entstand.
Das Wort, das an Handwerkskunst erinnert, soll schillernde Materialien wie die Swarovski-Steine, die Arens in ihren Filzarmbändern verarbeitet, anklingen lassen oder die schimmernden Stoffe, aus denen ihre Baby- und Tierdecken gefertigt werden.
Nachhaltigkeit ist das Stichwort, das für die 32-Jährige die „Schillerei“ ausmacht. Auf der Kölner Messe „Öko Rausch“, einer Ausstellung für nachhaltige Produkte Anfang Oktober, wurde die „Schillerei“ folgerichtig erstmals einem größeren Publikum präsentiert. Ob Armband, Halsband, Kinder- oder Hundedecke: Die Produkte sind ökologisch korrekt produziert. Die Stoffe für die Decken werden aus ägyptischer Baumwolle gewebt, Flachstuch füllt sie. Eine Weberei im Münsterland verarbeitet die Materialien zum fertigen Produkt.
„An solche Partner kommt man nur, wenn man gut recherchiert“, erklärt Arens ihre Vorbereitungen. „Trotzdem war es am Anfang wie in der Bastelstunde, „Mein Freund Joschi hat mich dabei toll unterstützt, da ich handwerklich ziemlich unbegabt bin“, gibt Arens zu. Aus Papier entstanden die ersten ModelIe für die Armbänder. Dann begann die Recherche nach Firmen, die hochwertige und zugleich umweltfreundliche Rohstoffe liefern können. Eine Bandwirkerei in Wuppertal war bald gefunden, auch ein Produzent, der ihr hochwertiges Filz verkaufte. In der Eifel fand die Kreative einen alten Graveurmeister, der ihr Blenden für die beidseitigen Magnetverschlüsse prägte.
Caroline Julia Arens ist eine Netzwerkerin, das Beziehungsgeflecht mit Studienfreunden, Kollegen und Geschäftspartnern erleichtert das Leben der 32-Jährigen. Sie arbeitet viel mit der Fotografin Janne Beuter zusammen, die ihr auch Bilder für die Homepage der „Schillerei“ machte. Der Rhodesian Ridgeback Chui und die Vizsla-Hündin Barsoni mussten als Fotomodelle für die Decken und Halsbänder posieren. Ein Job, den sie liebten. „Chui ist der absolute Profi, er setzt sich sehr gerne in Szene“, sagt Arens mit einem liebevollen Seitenblick auf den 45 Kilogramm schweren Rüden.
Und Arens wäre eine schlechte Designerin, wenn sie nicht im Handumdrehen ein eigenes Logo, eine eigene Homepage, Kartons, in denen die Preziosen verpackt werden, sowie einen gut durchdachten Messestand für die „Schillerei“ konzipiert hätte.
Denn eigentlich verdient die diplomierte Designerin ihr Geld mit der Entwicklung von Corporate Designs. Sie fertigt Visitenkarten, Briefpapier, entwirft Internetauftritte und Wort-Bild-Marken für Unternehmen. Sie ist Mitglied der Unternehmerinitiative Rhein-Berg und berät außerdem Existenzgründer in Designfragen. „Man sagt ja immer, wer von der KISD (Köln International School of Design, d. Red.) kommt, kann alles und gar nichts“, sagt Arens grinsend und mit einem Anflug von Untertreibung.
Die Ideen, die die Designerin binnen eines Tages produziert, reichen locker für zwei Leben. Betritt man ihre Küche, die in den Logofarben ihres Büros für Designentwicklung gehalten ist, fällt als Erstes eine große Pinnwand auf, an der private Notizen, aber auch Ideen hängen, „die mir einfach so einfallen“. Notizzettel, die es dann ins angrenzende Büro der 32-Jährigen schaffen, haben gute Chancen, umgesetzt zu werden. So ganz nebenbei hat sie in den vergangenen acht Jahren für das Team einer großen deutschen Einrichtungszeitschrift als Fahrerin gearbeitet und im vergangenen Jahr mehrere Monate als Aufnahmeleiterin für eine Filmproduktionsgesellschaft geschuftet.
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