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Regionale 2010

Abgespeckt geht's in die nächste Runde

Von Unserer Redaktion, 02.12.09, 10:35h, aktualisiert 03.12.09, 09:34h

Nicht in allen Kommunen des Rheinisch-Bergischen Kreises können die ehrgeizigen Pläne für die Regionale 2010 umgesetzt werden. In Odenthal sollen die Vorhaben eingeschränkt werden und auch in Bergisch Gladbach ist nicht klar, wovon die Pläne bezahlt werden sollen.

Pflaster Bergisch Gladbach
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Das Pflaster in Bergisch Gladbach wird erneuert. (Bild: Neumann)
Pflaster Bergisch Gladbach
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Das Pflaster in Bergisch Gladbach wird erneuert. (Bild: Neumann)
Rhein-Berg - Was bleibt übrig von den Plänen der Regionale für die Stadt Bergisch Gladbach ? Im Rathaus am Konrad-Adenauer-Platz werden Zahlenkolonnen hin und her geschoben. Zehn Millionen Euro Fördergelder locken für die Offenlegung der Strunde, den Bau neuer Verkehrskreisel, die Neugestaltung des Buchmühlengeländes oder der Fußgängerzone. Angesichts des Nothaushalts kann die Stadt aber den erforderlichen Eigenanteil von insgesamt rund drei Millionen nicht aufbringen - jedenfalls nicht die gesamte Summe. Für Investitionen stehen in 2010 etwa fünf Millionen Euro zur Verfügung. Von diesem Geld müssen auch die Reparaturen an den Schulen bezahlt werden.

Bislang war die Lesart der Regionale-Planer, dass es ein „Rosinenpicken“ nicht geben dürfe: Entweder alle Pläne werden verwirklicht oder keiner. Schließlich handele es sich um einen stimmigen, geschlossenen „Gesamtentwurf“. Noch am 4. September - nach der Kommunalwahl, aber vor Amtsantritt von Lutz Urbach - wurden die Sieger für das Projekt Offenlegung der Strunde prämiert. Der scheidende Bürgermeister Klaus Orth appellierte an seinen Nachfolger: „Es wäre eine Schande, wenn die Regionale-Pläne nicht verwirklicht werden.“ Urbach will Anfang kommender Woche einen Plan vorlegen, der aufzeigt, wie trotz Nothaushalt wenigstens einige Projekte der Regionale zu verwirklichen sind. Fest steht schon jetzt, dass es sich nur noch um einen Bruchteil der Pläne handeln kann.

„Regionale light“ heißt es in Odenthal . Über die Zukunft der „Perspektive Altenberg“ diskutiert am heutigen Donnerstag (17 Uhr, Bürgerhaus Herzogenhof) der Ausschuss für Planen und Bauen. Bündnisgrüne, FDP, SPD und UWG beantragen eine „kostenmäßig deutlich abgespeckte und vom Umfang her reduzierte Verschönerung“. Soll heißen: Pflegemaßnahmen und gärtnerische Gestaltung statt baulicher Veränderungen. Ziel sei es, die Attraktivität des Ortes zu fördern, aber gleichzeitig auch die Lärmbelästigungen zu reduzieren. Die Bürger hätten wesentlichen Teilen der Planung wie der Sperrung der Südbrücke, der neuen Zufahrt zum Haus Altenberg sowie einer erheblichen Reduzierung des Baumbestandes eine klare Absage erteilt.

Überdies fehlten der Kommune in Zukunft die Gelder für Umsetzung und Unterhaltung der bislang geplanten Umgestaltung. In Gesprächen mit der Regionale-Agentur sowie den Fördermittelgebern soll nun geprüft werden, in wie weit dafür noch Gelder fließen. Bislang hieß es, dass jede weitere Veränderung der Planungen gegenüber dem prämierten Wettbewerbsentwurf zum Verlust des A-Stempels führen kann. Lediglich die Übernahme des Dhünnwegs aus der Perspektive Altenberg in das Projekt Dhünnkorridor sei wegen des thematischen Zusammenhangs möglich. Der Wander- und Radweg von der Talsperre bis zum Rhein ist unumstritten, wenn auch die Streckenführung auf Odenthaler Gebiet an drei Stellen noch unklar ist.

Im Rahmen des Regionale-Projektes „.dhünnhochfläche - wasserwerk der region“ soll in Kürten-Bechen der Dorfplatz erweitert und eine Aussichtsplattform neben der Kirche errichtet werden. Kostenpunkt: 185 000 Euro. Das Land fördert das Projekt mit 70 Prozent, die IG Bechen steuert 10 000 Euro bei. Die Gemeinde hätte 45 500 Euro zu tragen.

Die Kommunalaufsicht habe grundsätzlich keine Einwände gegen die Ausgabe, berichtete Bürgermeister Iwanow im Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Tourismus, Kultur und Verkehr. Allerdings dürfen unterm Strich die für 2010 veranschlagten Ausgaben nicht ansteigen. Die Entscheidung über die Erweiterung des Bechener Dorfplatzes fällt in der Ratssitzung am 16. Dezember. Im September genehmigte der Bauausschuss die Architektenleistungen für die ersten Planungen, „um die Regionale-Pläne nicht zu gefährden“, wie es damals hieß.

In Rösrath hat die Regionale 2010 mehrere Projekte ermöglicht, die zum Teil seit langem angestrebt waren. Im Projekt Kennen-Lernen-Umwelt (KLU) baut die Stadt eine von den Grundschulen gewünschte Bildungsarbeit auf, mit Mitteln des Projekts saniert sie Haus Eulenbroich und errichtet eine neue Bildungswerkstatt. Aus dem Regionale-Topf fließen dafür 1,9 Millionen Euro. Weil für die Bildungswerkstatt die alte Jugendfreizeitstätte (Juze) weichen musste, wurde der Bau des neuen Juze samt Mensa mit Landesmitteln gefördert - nicht aus dem Topf der Regionale, sondern mit einer Million Euro aus der Städtebauförderung. Das Geld floss aber wegen des Zusammenhangs mit der Regionale. Schließlich erhält Rösrath mit dem Regionale-Projekt Wahner Heide - Königsforst im Turmhof ein neues Informations- und Begegnungszentrum, die nötigen Eigenmittel übernimmt der Kreis als Träger.

Im Rahmen von KLU sollen in Overath rund um Gut Eichthal drei Pavillons aus Stahl und Glas gebaut werden, in denen Schulkinder aus der Region außerhalb der klassischen Schulräume Natur erleben sollen und Unterricht einmal anders erleben können. Die Stadt rechnet mit gut dreieinhalb Millionen Euro Baukosten. 2,3 Millionen Euro sollen aus Regionale-Mitteln kommen. Den Rest muss Overath selbst aufbringen. Für jede Stunde, die eine Klasse in den Räumen verbringt, sollen die Eltern einen Obolus zahlen.



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