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Bühnen-Abschied

Doof Noss, die Letzte

Erstellt 22.01.10, 11:43h, aktualisiert 25.01.10, 09:18h

Hans Hachenberg tritt von der Bühne ab. Der legendäre und allseits beliebte Büttenredner tritt in wenigen Tagen zum letzten Mal als Doof Noss auf. Stolze 65 Jahre lang begeisterte er im Karneval Jung und Alt.

Hans Hachenberg
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Nach 65 "Dienstjahren" tritt der allseits beliebte und bekannte Büttenredner Hans Hachenberg alias Doof Nuss von der Karnevals-Bühne ab. (Bild: Worring
Hans Hachenberg
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Nach 65 "Dienstjahren" tritt der allseits beliebte und bekannte Büttenredner Hans Hachenberg alias Doof Nuss von der Karnevals-Bühne ab. (Bild: Worring
Bergisch Gladbach - Ein letztes Mal wird sich Hans Hachenberg (84) noch dezent das Gesicht schminken, sich in das etwas eng gerate schwarze Jäckchen zwängen und das lila Filzhütchen aufsetzen. Mit dem Auftritt der Doof Noss bei der „karnevalistischen Matinee“ am kommenden Sonntag in der Philharmonie endet eine knapp 65-jährige Karriere auf den närrischen Bühnen. „Der Vorhang schließt sich. Es ist Schluss“, sagt Hachenberg. „Von mir aus hätte ich weitergemacht. Aber nach zwei leichten Schlaganfällen haben mir die Ärzte abgeraten. Ich solle mich nicht mehr überfordern.“ Daher ist der stets bescheidene und allseits beliebte Büttenredner nun auf einer Art Abschiedstour. Er ist Gast auf verschiedenen Veranstaltungen („Eine Sitzung ist wie eine Therapie“) und verteilt an Freunde und Weggefährten seinen ganz persönlichen Abschiedsorden.

Angefangen hatte alles auf einer Karnevalssitzung 1946 in Bergisch Gladbach. „Da war ein Redner derart schlecht, dass meine Kollegen, mit denen ich im Saal feiern wollte, mich bedrängten, auf die Bühne zu gehen und ein paar Witze zu erzählen.“ Der Beginn einer großen Karriere in der Bütt. Nach zwei Jahren im Zwiegespräch mit Karl Ommer („Der war Beamter und sein Chef sah das nicht gerne“) wurde die Type der „Doof Noss“ geboren - mit einem lila Papphütchen. „ Jean Küster, der damalige Präsident der Lyskircher Junge, holte mich schon bald in die großen Kölner Säle.“ Erste Gage: fünf Mark. „Manchmal gab es noch Klütten oder Gemüse dazu.“ Hachenberg ist ein klassischer Typenredner, der auch über Jahrzehnte hinweg sein Thema „Familie“ nicht verlassen hat. „Ich habe nie über Politik erzählt, nie Zoten gemacht.“ Seine Pointen drehten sich um Mamm un Papp, Omma un Opa, Schwester Ludmilla und die anderen sieben Geschwister („In Wirklichkeit hatte ich ja nur einen Bruder“).

Die Ideen schnappte er beim Stammtisch oder bei Festen auf. Legendär sind Aussprüche wie „Ärm Mamm, ne?“ oder „Tiramtamtam, jetzt kommen die weißen Hühner dran“. Und obwohl in einem Männergesangverein aktiv, hat er auf einer Karnevalsbühne nie gesungen: „Ich bin Redner“.

Das ist nun Erinnerung. Was passiert mit dem lila Hötche, wäre das nichts fürs Karnevalsmuseum? Hachenberg: „Da hat noch keiner nach gefragt. Das kommt in den Keller zu allen anderen Urkunden, Orden, Mützen und Geschenken, die er erhalten hat. „Ich habe stets alles verwahrt. Janz akkurat.“ Was ein Blick in sein Fotoalbum beweist.



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