Erstellt 14.04.10, 16:14h
Aber es kommt ja immer anders, als man denkt. Was passiert ist? Irgendwann, als sich der Studentenalltag wieder voll in mein Leben eingeschlichen hatte, hörte ich zufällig von dem neuen internationalen Freiwilligendienst „kulturweit“, der ausgewählte Bewerber ins Ausland schickt. Der Freiwilligendienst basiert auf dem „Freiwilligen Sozialen Jahr“ (FSJ) für wahlweise sechs oder zwölf Monate und bietet die Gelegenheit, sich im Ausland für Kultur- und Bildungspolitik zu engagieren. Zudem werden den Teilnehmern Begegnungen mit fremden Kulturen und Menschen ermöglicht. Da sich dieses Programm nicht nur mit meiner Reiseaffinität deckt, sondern auch mit den Inhalten meines kulturwissenschaftlichen Studiums, war ich von „kulturweit“ begeistert.
Langes Bewerbungsverfahren
In einem umfangreichen Bewerbungsverfahren stellt man nicht nur sich und seine Motivationen vor, sondern kann außerdem seine Präferenzen bezüglich des Einsatzortes und der Tätigkeit angeben. Nach unendlicher lange Bewerbungsphase wurde von „kulturweit“ ein Stichtag festgelegt, an dem die angenommenen Bewerber von ihrem Glück erfahren würden. Ich wartete also ziemlich nüchtern ab. Als ich die E-Mail mit der Zusage erhielt, konnte ich mein Glück kaum fassen. „Wir freuen uns, Sie in Hanoi / Vietnam am Goethe Institut für sechs Monate begrüßen zu dürfen.“ Diese E-Mail kam direkt von dem Sprachleiter des Gothe Instituts in Hanoi. Ich weiß nicht, wie lange ich gebraucht habe, bis ich verstanden habe, was das für mich bedeutet.
In Hanoi werde ich an Schulen und der Universität den Deutschunterricht und diverse Kulturprojekte mitgestalten und dabei von „kulturweit“ mit einem profitablen Taschengeld pro Monat unterstützt. Natürlich habe ich Angst vor dem bevorstehenden Kulturschock in Asien. Alles wird anders sein. Aber genau das wollte ich ja: die heimatliche Komfortzone verlassen, den alltäglichen Blues aus meinem Lebensrhythmus vertreiben und den Sound der Exotik aufsaugen. Die Welt ist einfach zu groß und ich bin zu neugierig, um zu Hause zu bleiben. Ich bin gespannt, was mich erwartet. (pia)
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