Von Claudia Freytag, 20.04.10, 15:29h, aktualisiert 21.04.10, 17:54h
Kein Wunder bei einem gebürtigen Sauerländer, könnte man meinen. Aber weit gefehlt. „Mein Vater ist früher mit uns immer sonntags gewandert. Ich hab's gehasst“, sagt Weiß und grinst fröhlich. „Meine Liebe zur Natur habe ich eigentlich erst hier entdeckt. Das ist meine Heimat. Mich als Sauerländer zu bezeichnen, wäre“ - er zögert - „kühn.“ Bevor er von Iserlohn nach Rösrath fand, führte sein Weg ihn nach dem Abitur 1967 zum Lehramtsstudium nach Bochum. Seine erste Anstellung fand er 1976 in Leverkusen am Landrat-Lucas-Gymnasium, wo er 20 Jahre blieb. Zwischendrin zog er nach Rösrath. Das war 1981.
Die erste Adresse war am Löwenburgweg, ganz in der Nähe des Wanderparkplatzes an der Brander Straße, der auch an diesem Tag unser Ausgangspunkt ist. Damals gewöhnten Weiß und seine Frau sich die Rundgänge am Busenberg an - obwohl das damals an Wochentagen verboten war, wie Weiß berichtet. Schließlich wurde das Terrain noch von belgischen Soldaten genutzt. Weiß: „Damals war die Gegend noch von Panzern zerwühlt - heute erledigen das die Wildschweine.“
Das Interesse für Politik wurde bei Friedhelm Weiß vor allem von der Anti-Atom-Bewegung initiiert, eine der Hauptquellen, aus denen die Grünen entstanden. Schon vor seiner Rösrather Zeit, in Nippes, hatte er sich engagiert. Damals ging es gegen den Ausbau des Gürtels, der nie realisiert worden ist, aber damals die Bürger auf die Barrikaden trieb - bis hin zu Besetzungen mit Zelten. „Ich hab' zwar nicht dort übernachtet, ich musste ja in die Schule“, sagt Weiß, „aber ich habe mein Zelt mit dazugestellt.“ Bei den Grünen wollte er eigentlich schon 1982 eintreten, bei der Versammlung der Partei in Rösrath Ende September. An diesem Tag kam ihm jedoch etwas Wichtiges dazwischen: Sein erster Sohn wurde geboren. Da musste der Parteieintritt noch bis 1983 warten. Ein Jahr später wurde er Ratsmitglied, inzwischen ist er dort Fraktionsvorsitzender; seit 2004 gehört er auch dem Kreistag an - und dort, was läge näher, auch dem Arbeitskreis Wahner Heide.
Die kennt er inzwischen recht gut. „Sonst hab' ich's ja nicht so mit dem Militär - aber es war ein Glücksfall für die Wahner Heide, dass die Belgier hier waren.“ Anderenfalls wäre die Landschaft schon längst zugewuchert und verschwunden. Nicht zuletzt die Glanrinder und Ziegenherden, Ausgleichsmaßnahmen des Flughafens, sorgen dafür, dass die Heide ihr Gesicht bewahrt. Und dass nun im Rahmen der Regionale Köln, Rhein-Berg und Rhein-Sieg gemeinsam an einem Tisch sitzen, um die Heide zu schützen, findet Weiß besonders beachtlich: „Normalerweise gibt es doch keine härtere Grenze als die zwischen den Landkreisen“, stellt er mit einem Schmunzeln fest. Damit sei man auf einem guten Weg, damit die Wahner Heide auch in 20 Jahren noch gesichert ist.
Seit mittlerweile zwölf Jahren ist Weiß Lehrer für Geschichte, Französisch und Politik am Otto-Hahn-Gymnasium in Bensberg. Aber wäre denn bei so viel Liebe zur Natur nicht auch ein anderer Beruf denkbar gewesen? Förster zum Beispiel? „Ach, nein“, sagt Friedhelm Weiß und lacht. „Das wäre mir dann doch ein bisschen einsam.“
Linktipp: www.friedhelm-weiss.de
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LandTAGskandidat
21.04.2010 | 20.14 Uhr | bergischerjung
...und auf seine Webseite stellt er sich immer noch als LandRATskandidat vor - ich denke, er will in den LandTAG ???
Grün
21.04.2010 | 18.55 Uhr | Weib
Ach, der Herr Weise, der mit seiner Partei " die Grünen" in der Stadtratsitzung sich so stark dafür machte, das die Eltern jetzt mehr…
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