Schriftgröße

Diskussion

„Ich gebe zu, es ist hart“

Von Elke Landschoof, 23.04.10, 15:59h

In der Aula der Gesamtschule Kürten hatten sich fünf Landtagskandidaten eingefunden, um die Fragen der Schüler der Jahrgänge 10 bis 12 zu beantworten. Moderiert wurde die Podiumsdiskussion von Bastian Wirtz von Radio Berg.

Diskussion Kürten
Bild vergrößern
Bastian Wirtz (3.v.l.) moderierte die Diskussion mit Rainer Deppe, Oliver Deiters, Hermann Küsgen, Harald Wolfert und Tomás Santillán. (Bild: Neumann)
Diskussion Kürten
Bild verkleinern
Bastian Wirtz (3.v.l.) moderierte die Diskussion mit Rainer Deppe, Oliver Deiters, Hermann Küsgen, Harald Wolfert und Tomás Santillán. (Bild: Neumann)
Kürten - „Wie wird denn überprüft, dass die Situation an den Hochschulen durch die Studiengebühren besser geworden ist?“, wollte ein Schüler wissen. Es gebe regelmäßige Evaluationen, beantwortete Hermann Küsgen (FDP) die Frage, räumte aber ein, dass das Nachdenken darüber bei den Hochschulen noch nicht richtig angekommen sei und die Gelder noch nicht richtig eingesetzt würden. Viele der Schüler zeigten durchaus Verständnis für die Studiengebühren, bemängelten aber fehlende Transparenz und Mitbestimmung über die Verwendung der Mittel.

Rainer Deppe (CDU) betonte, dass Bildung die höchste Priorität im Landeshaushalt habe. „Alle anderen Bereiche haben bluten müssen.“ Ein Jurastudent in Köln habe ihm erzählt, dass die Bibliothek jetzt länger geöffnet sei und mehr Tutorien stattfänden. Zudem wies Deppe darauf hin, dass ein Kredit für ein Studium eine maximale Höhe von 10 000 Euro habe. „Da ist ein Deckel drauf“, so Deppe, das sei einmalig in Deutschland. Harald Wolfert (Grüne) bestritt dagegen, dass die Studiengebühren an den Hochschulen etwas verändert haben: „Ich habe zwei Söhne, die studieren. Es ist noch genauso voll, da hat sich nichts geändert.“ Oliver Deiters (SPD) betonte, dass Bildung gebührenfrei sein solle, seit Jahrzehnten setze sich seine Partei dafür ein.

Das Turboabitur war ein weiteres Thema der Diskussion. „Die Schüler sollen selber entscheiden, ob sie nach zwölf oder 13 Jahren Abitur machen wollen“, forderte Wolfert. Laut Küsgen wurde die Schulzeit verkürzt, um die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. „Der Stoff wird zusammengepresst, dadurch geht persönlicher Freiraum verloren“, fand Tomás Marcelo Santillán (Linke), zudem bestritt er eine internationale Wettbewerbssituation. Ein Schüler beschrieb, dass viele Schüler Stress mit der verkürzten Schulzeit hätten. „Ja, ich gebe zu, es ist hart“, räumte Küsgen ein. Bei der Umsetzung seien handwerkliche Fehler gemacht worden, daran müsse man arbeiten.

Ein weiteres Thema: das dreigliedrige Schulsystem. „70 Prozent der Abiturienten der Gesamtschule haben keine Empfehlung fürs Gymnasium“, erklärte Wolfert. Für ihn geht die dreigliedrige Schule an der Realität vorbei. Auch Santillán war dieser Meinung: „Das ist überholt, das zeigt auch ein Blick auf Europa.“ Deiters befürwortete ein gemeinsames Lernen in den 5. und 6. Klasse: „Danach soll die Entscheidung fallen, in welche Richtung es geht.“



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Orte des Geschehens

große Karte


NRW-Wahl


Forum


Links


Wahlprogramme


Soundfile


Rund um NRW und die Wahl


Hintergrund


Quiz


NRW-Wahl


Das Rheinland als Region


Kommunalpolitik


Serie


Spielkameraden