Von Elke Landschoof, 23.04.10, 15:59h
Rainer Deppe (CDU) betonte, dass Bildung die höchste Priorität im Landeshaushalt habe. „Alle anderen Bereiche haben bluten müssen.“ Ein Jurastudent in Köln habe ihm erzählt, dass die Bibliothek jetzt länger geöffnet sei und mehr Tutorien stattfänden. Zudem wies Deppe darauf hin, dass ein Kredit für ein Studium eine maximale Höhe von 10 000 Euro habe. „Da ist ein Deckel drauf“, so Deppe, das sei einmalig in Deutschland. Harald Wolfert (Grüne) bestritt dagegen, dass die Studiengebühren an den Hochschulen etwas verändert haben: „Ich habe zwei Söhne, die studieren. Es ist noch genauso voll, da hat sich nichts geändert.“ Oliver Deiters (SPD) betonte, dass Bildung gebührenfrei sein solle, seit Jahrzehnten setze sich seine Partei dafür ein.
Das Turboabitur war ein weiteres Thema der Diskussion. „Die Schüler sollen selber entscheiden, ob sie nach zwölf oder 13 Jahren Abitur machen wollen“, forderte Wolfert. Laut Küsgen wurde die Schulzeit verkürzt, um die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. „Der Stoff wird zusammengepresst, dadurch geht persönlicher Freiraum verloren“, fand Tomás Marcelo Santillán (Linke), zudem bestritt er eine internationale Wettbewerbssituation. Ein Schüler beschrieb, dass viele Schüler Stress mit der verkürzten Schulzeit hätten. „Ja, ich gebe zu, es ist hart“, räumte Küsgen ein. Bei der Umsetzung seien handwerkliche Fehler gemacht worden, daran müsse man arbeiten.
Ein weiteres Thema: das dreigliedrige Schulsystem. „70 Prozent der Abiturienten der Gesamtschule haben keine Empfehlung fürs Gymnasium“, erklärte Wolfert. Für ihn geht die dreigliedrige Schule an der Realität vorbei. Auch Santillán war dieser Meinung: „Das ist überholt, das zeigt auch ein Blick auf Europa.“ Deiters befürwortete ein gemeinsames Lernen in den 5. und 6. Klasse: „Danach soll die Entscheidung fallen, in welche Richtung es geht.“
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