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Bürgerinitiative

Streit um den Funkmast spitzt sich zu

Von Karin M. Erdtmann, 30.04.10, 16:30h

Der Streit um den Bau eines Funkmastes in Neschen spitzt sich zu. Mehrfach hatte die Gemeinde den Standort auf einem Gaststättengebäude in der Ortsmitte abgelehnt.

Mobilfunkmast
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Der umstrittene Mobilfunkmast beschäftigt die Politik. (Symbolbild: Christ)
Mobilfunkmast
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Der umstrittene Mobilfunkmast beschäftigt die Politik. (Symbolbild: Christ)
Odenthal - Auch eine Bürgerinitiative kämpft seit Jahren gegen das Vorhaben des Mobilfunkbetreibers O2 und sammelte mehr als 500 Unterschriften. Bürger und Politiker haderten vor allem mit der immissionsschutzrechtlichen Unbedenklichkeit sowie mit der Tatsache, dass der elfeinhalb Meter hohe Antennenträger in der Nähe der Kirche und des historischen Wasserturms das Ortsbild verschandele. Zwar ist der Bereich als Mischgebiet ausgewiesen, sei faktisch jedoch als „allgemeines Wohngebiet“ zu werten, in dem solch ein Mast als „nicht gebietsverträglich“ gelte, meinte die Verwaltung.

Das Kreis-Bauamt sieht das jedoch anders. Im März äußerte die Behörde erhebliche Bedenken gegen die Ablehnung. Das betreffende Grundstück werde gewerblich genutzt, in der Umgebung gebe es zudem eine Schreinerei sowie eine Tankstelle mit Reparaturservice. Von einem „allgemeinen Wohngebiet“ könne man da nicht sprechen; es handle sich vielmehr um eine Gemengelage. Zudem sei durch die Standortbescheinigung der Genehmigungsbehörde sichergestellt, dass der Mast „nicht gegen schützenswerte Nachbarrechte verstößt“.

Die Odenthaler sehen das anders. In Neschen sei die Kirche noch buchstäblich im Dorf, meinte Bürgermeister Wolfgang Roeske im Planungsausschuss. Ein Funkmast müsse nicht daneben stehen. Er sprach sich dafür aus, den Betreiber mit ins Boot zu holen, um auszuloten, ob es auf dem Berg wirklich Funklöcher gebe. „Der Mast soll raus aus der Ortsmitte“, forderte Klaus-Uwe Brodersen (CDU), der zudem, wie sein Fraktionskollege Peter Paas, die Notwendigkeit der Anlage bezweifelte. „Da oben gibt es kein Funkloch. Da kann man an jeder Ecke mit O2 telefonieren.“ Die Genehmigung schaffe „einen Präzedenzfall, der die Errichtung weiterer Antennenmaste durch andere Betreiber nicht mehr verhindern ließe“, befürchtete die Verwaltung. „500 Meter weiter, raus aus der Ortslage, darüber könnte man diskutieren“, schlug Alfred Henschel (CDU) vor. Auf Antrag von Dietrich Kühner (FDP) votierte die Mehrheitsfraktion schließlich dafür, das Thema zu vertagen. Die vorgelegte Zeichnung gebe nicht den genauen Standort wieder. Zudem wollen sich die Politiker im Juni die Lage an Ort und Stelle ansehen.

Bis dahin könnte die Angelegenheit jedoch schon im Sinne des Betreibers geklärt sein. Das Kreis-Bauamt hatte der Gemeinde für die Stellungnahme eine Frist bis 30. April gelassen. Danach wollte die Be hörde die Genehmigung erteilen.



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