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Stockhausen

„Man muss die Musik erleben“

Von Christian Leinweber, 18.05.10, 17:35h

Die Stockhausen-Konzerte und -Kurse bieten einen tiefen Einblick in das reichhaltige und abwechslungsreiche Werk des Wahl-Kürteners, in seine fremde und faszinierende Welt.

Stockhausen Kurse
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Die Stockhausentage - hier ein Bild vom Vorjahresfestival - sollen die Musik des Komponisten auch dem Laien näher bringen. (Archivbild: Arlinghaus)
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Die Stockhausentage - hier ein Bild vom Vorjahresfestival - sollen die Musik des Komponisten auch dem Laien näher bringen. (Archivbild: Arlinghaus)
Kürten - „Stockhausens Vision war immer die Versöhnung - eine Menschheit, die miteinander in Liebe, Frieden und Gerechtigkeit lebt“, sagt Suzanne Stephens, Vorsitzende der Stockhausen-Stiftung für Musik. „Das hat er durch seine Musik propagiert.“ Die 13. Stockhausen-Konzerte und -Kurse 2010 lassen dieses Anliegen aufleben: Für Zuhörer gibt es vom 31. Juli bis zum 8. August neun Konzerte in der Sülztalhalle, für die aus aller Welt angereisten Musiker Meisterkurse zur Interpretation von Stockhausens Werk (siehe „Das Programm“).

Bei dem weltweit wohl einzigartigen Festival rund um den Pionier der elektronischen Musik werden unter anderem die Werke „Himmels-Tür“, die 4. Stunde aus Klang, „Unsichtbare Chöre“ vom Donnerstag aus Licht und „Mikrophone I“ aufgeführt: Hier bearbeiten vier Schlagzeuger einen riesigen Gong mit Objekten wie Weingläsern und Metalldosen, der erzeugte Klang wird über ein Mischpult geschickt und dann wiedergegeben.

Ein akustisches Erlebnis sind die Stockhausen-Konzerte allemal, und in diesem Jahr können auch Musikliebhaber mit kleinem Geldbeutel daran teilhaben: Der Eintritt ist frei. Natürlich ist das auch ein Geschenk an die rund 80 Kürtener Gastfamilien, die viele der Kursteilnehmer beherbergen. „Ohne die Unterstützung der Bürger wären die Konzerte nicht denkbar“, erklärt Stephens. „Daher geht es auch darum, den Bürgern die Musik Stockhausens zu vermitteln.“

Schon im vorangegangenen Jahr gab es zu einigen Konzerten Einführungen, in diesem Jahr wird es sie zu jeder Aufführung geben. Und dafür muss man kein Musikwissenschaftler sein, denn, so Organisator Lars Wolf, „die Einführungen richten sich an die breite Bevölkerung“. So können auch die Besucher, die mit dem jeweiligen Werk kaum oder gar nicht vertraut sind, mehr darüber erfahren.

Hemmschwellen abzubauen und Menschen mit Stockhausens Musik zusammenzuführen, das ist ein Ziel des Festivals. Denn so schwer zugänglich die musikalische Welt des Komponisten auch erscheinen mag, am Ende geht es einzig um das gemeinschaftliche Klangerlebnis. Allen Zweiflern sagt Wolf: „Hört es euch doch einfach mal an und bildet euch dann eine Meinung. Man muss die Musik erleben.“

Bei den zwei Teilnehmer-Konzerten zeigen die Musikschüler, was sie in ihren Kursen gelernt haben, die übrigen Konzerte bestreiten die Dozenten selbst. Darunter sind Bassist Nicholas Isherwood, Schlagzeuger Stuart Gerber, Flötistin Kathinka Pasveer und Tenor Hubert Mayer, alles langjährige Solisten Stockhausens, die weltweit mit ihm auftraten.

Der Einfluss Stockhausens auf die moderne Musik ist unbestritten, von den Beatles bis hin zur Technomusik hat er seine Spuren hinterlassen. Ob elektronische Klänge oder handgemachte Musik: Die Stockhausen-Konzerte und -Kurse bieten einen tiefen Einblick in das reichhaltige und abwechslungsreiche Werk des Wahl-Kürteners, in seine fremde und faszinierende Welt.



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