Von Malte Ewert, 09.06.10, 16:38h
Rechtzeitig zur Fußball-WM hat er umgesattelt: Jetzt steht der Wermelskirchener in einem Meer von Flaggen, Käppis und anderen Fan-Artikeln, die auf die Weltmeisterschaft in Südafrika einstimmen. „Alle 32 Nationen sind bei mir vertreten“, blickt Kiel mit einem gewissen Stolz auf seinen Warentisch. „Und die Außenspiegel-Überzüge sind ab Samstag auch wieder da.“ Er musste sie nachbestellen, weil die Leute wie jeck auf die Dinger sind.
Es ist also mal wieder soweit: Morgen beginnt die WM - und mit ihr der Ausnahmezustand. Nicht nur die Fanartikel-Händler, auch Polizei und Ordnungsämter sind vorbereitet. Die ganz große Fan-Sause auf dem Marktplatz in Bergisch Gladbach gibt es diesmal nicht. „Public Viewing“ im Jahr 2010 ist Sache der Gastwirte. Rund ums „Quirl's“ an der Gnadenkirche sollen bis zu sechs Leinwände stehen. Auch im „Brauhaus am Bock“ und im „Paas“ wird gemeinsam gejubelt. Fußball-Weltmeisterschaft ist wie vier Wochen Weihnachten. Wer das nicht mag, der kann sich jetzt bis zum 11. Juli eingraben.
Und sich die Ohren zuhalten. Stichwort Vuvuzela: Der Umgang mit der südafrikanischen Tröte soll nicht zum Problem werden. Eine Reihe von Städten hat die Schalmei mit dem Charme eines Düsenjägers verboten - darunter Köln. Bergisch Gladbach hat ebenfalls ein Auge drauf: „Wir werden einschreiten, wenn es zu laut wird“, kündigt der städtische Pressesprecher Martin Rölen an. Auch die Wirte seien aufgefordert worden, den Gebrauch der Ein-Ton-Trompeten zu verhindern. Falls nötig, werden Polizei und Ordnungsamt tätig werden. Rölen: „Ein generelles Verbot gibt es bei uns allerdings nicht. Wir schauen erst mal, wie sich die Sache entwickelt.“
Nach der gleichen Devise verfährt die Polizei. Ihr Pressesprecher Peter Raubuch: „Natürlich zeigen wir Präsenz, insbesondere dann, wenn die deutsche Mannschaft spielt. Aber wir werden sehr gelassen mit feiernden Menschen umgehen, solange sie nicht über die Stränge schlagen.“ Ein bisschen gespannt sei man auf den 18. Juni, wenn Deutschland um 13.30 Uhr gegen Serbien spielt. Spielschluss und Berufsverkehr treffen dann zusammen, was insbesondere auf der Hauptstraße („Quirl's“) zum Problem werden könnte. Es könne sein, so Raubuch, dass man dann kurzzeitig die Straße sperren müsse, bis die Fans weitergezogen seien. Aber das, so der Polizeisprecher, „werden wir alle mit historischer Gelassenheit ertragen“.
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