Von Thomas Rausch, 18.06.10, 20:26h
Offen bleibt zunächst, wie die Stadt reagieren soll, wenn die Fragebogen-Aktion ein deutliches Interesse an einer Gesamtschule ergibt. Der Beigeordnete Ulrich Kowalewski (CDU) legte die Rahmenbedingungen durch das Schulgesetz dar: Die Stadt solle eine Schulentwicklungsplanung aufstellen und möglichst alle Schulformen anbieten; Änderungen der Planung, zum Beispiel die Neugründung einer Gesamtschule, seien von der Bezirksregierung zu genehmigen, dabei seien die finanziellen Möglichkeiten der Kommune zu beachten. Wenn einzelne Schulformen am Ort nicht vorhanden seien, komme eine interkommunale Planung in Betracht.
Stefanie Marx von der Gesamtschulinitiative schilderte die Situation von Rösrather Eltern, die ihr Kind an einer Gesamtschule anmelden wollen. Bei vielen Gesamtschulen im Umkreis würden sie von vornherein abgewiesen, bei der Gesamtschule in Troisdorf werde Eltern nahegelegt, dorthin umzuziehen, um einen Platz für ihr Kind zu erhalten. „Ich möchte nicht umziehen, bloß weil ich mein Kind gern an einer Gesamtschule hätte“, sagte Marx. Falls nur eine kleine Zahl von Rösrather Eltern einen Platz an einer Gesamtschule wünsche, müsse es für ein „Kontingent“ an Plätzen in einer Nachbarkommune geben.
Bei der Frage, wie Rösrath mit einer großen Nachfrage nach einer Gesamtschule umgehen würde zeichneten sich politische Unterschiede ab: Markus Heider (CDU) sagte, seine Fraktion wolle nicht auf eine Hauptschule am Ort verzichten, während Hans F. Bundszus (FDP) das durchaus für denkbar hielt. Voraussetzung sei, so Bundszus, eine Hauptschule „in zumutbarer Entfernung“ in einer Nachbarkommune.
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