Von Markus Michalak, 20.06.10, 10:41h
Eine Mahnwache der 110 Beschäftigten sichert rund um die Uhr die Werkszufahrt. „Wir wollen verhindern, dass die BPW Maschinen auslagert, dann hätten wir kein Druckmittel mehr“, erklärt der IG Metall-Bevollmächtigte Carmelo Zanghi.
Umgekehrt habe die BPW durch einen Sicherheitsdienst inzwischen alle Schlösser des Werkes Büren austauschen, und einen Aushang mit der Aufschrift „Dieses Unternehmen ist ab sofort stillgelegt“ anbringen lassen. „Das Unternehmen argumentiert, es müsse sein Eigentum schützen, dabei will niemand etwas beschädigen“, versichert Carmelo Zanghi.
Die IG Metall will bessere Abfindungen und Sozialleistungen für die Beschäftigten des Werks, dessen Schließung feststeht. „Wir haben gestern bei einer Urabstimmung 94 Prozent Zustimmung für einen Streik bekommen.“
IG Metall ist jetzt Verhandlungsführer
Die Verhandlungsführung mit der BPW-Geschäftsleitung hat ab sofort die IG Metall übernommen, bisher verhandelte das Unternehmen mit dem Betriebsrat. Geeinigt haben sich die Parteien darauf, dass das Werk zwischen dem 16. Juni und dem 31. August stillgelegt werden soll, vor dem 1. August aber keine betriebsbedingten Kündigungen ausgesprochen werden.
Der Streit um die tariflichen Leistungen droht in den Arbeitskampf überzugehen. „Die Kollegen, die jahrzehntelang hohe Renditen erwirtschaftet haben, werden jetzt ausgesperrt“, erklärt Zanghi.
Auch Wolfgang Nettelschroth von der IG Metall NRW wundert sich über das scharfe Vorgehen der Wiehler: „Die BPW war bislang ein Unternehmen, mit dem wir gute Gespräche führen konnten.“ Die BPW war bis Redaktionsschluss nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.
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