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Jugendzentren

Kürzungen „nicht vertretbar“

Von Matthias Niewels, 30.06.10, 16:11h, aktualisiert 30.06.10, 16:13h

Die Verwaltung will die Zuschüsse für die Jugendarbeit drastisch kürzen. Danach soll es nur noch drei Jugendzentren geben. Über den Fortbestand der Einrichtungen wurde in Bensberg diskutiert.

Bensberger Ratssaal
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Zahlreiche interessierte Jugendliche verfolgten die Sitzung im Bensberger Ratssaal. (Bild: nie)
Bensberger Ratssaal
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Zahlreiche interessierte Jugendliche verfolgten die Sitzung im Bensberger Ratssaal. (Bild: nie)
Bergisch Gladbach - Mehr als zwei Stunden hörten rund 150 Jugendliche, wie im Jugendhilfeausschuss über den Fortbestand von Jugendzentren diskutiert wurde. Beifall gab es für alle Redner, die sich gegen Kürzungen aussprachen - und das waren durch die Bank alle Ausschussmitglieder. Sowohl die Vertreter der Parteien, als auch die Vertreter von Kirchen und Vereinen wollen der Verwaltung bei dem von ihr vorgeschlagenen Sparkurs nicht folgen. Fachbereichsleiter Bruno Hastrich verteidigte die Vorschläge aus seinem Haus, die mit der Verwaltungsspitze, also Bürgermeister Lutz Urbach, abgesprochen seien. Unterm Strich soll es in Zukunft nur noch drei Jugendzentren (derzeit sind es sieben) in der Stadt geben. Das Angebot für unter 14-Jährige soll komplett gestrichen werden. Aufgefangen werden soll diese Einsparung durch die Ganztagsbetreuung an Schulen.

Wieder und wieder kreisten die Redebeiträge um die alles bestimmende Kernfrage: Sind die Einsparungen angesichts des Nothaushaltes tatsächlich zwingend, so wie die Verwaltung sie darstellte? Johannes Bernhauser von der CDU etwa forderte die Verwaltung noch einmal auf, mit dem Kreis, der Kommunalaufsicht, zu verhandeln. Es sei auch nach den Buchstaben des Gesetzes nicht einzusehen, dass die Jugendarbeit in die Abteilung „freiwillige Ausgaben“ fallen würden. Zur Erinnerung: Freiwillige Leistungen müssen im Rahmen des Nothaushaltes gesetzlich vorgeschrieben um zehn Prozent gesenkt werden.

Brigitte Schöttler-Fuchs lehnte im Namen der SPD die vorgeschlagenen Kürzungen ab und forderte ein Gesamtkonzept: „Einzelne Sparbeschlüsse machen keinen Sinn.“ Thomas Klein von den Linken kritisierte die Politik der Stadt: „Wir geben Geld für unsinnige Planungen aus und da, wo wir Geld wirklich brauchen, nämlich bei der Jugendarbeit, soll gespart werden - das ist doch Irrsinn.“ Die Vertreter der Kirchen und Vereine, die Träger der Jugendzentren, hielten sich in Bensberg mit Redebeiträgen zurück. Deutlich wurde aber, dass sie sich von der Informationspolitik der Verwaltung überrollt fühlten. Vielmehr hatten sie den Eindruck, dass die Stadt sie vor vollendete Tatsachen stellen wollte.

Hastrich widersprach: „Die Informationen sind im Rahmen des üblichen Verfahrens weitergegeben worden.“ Es handele sich bisher insgesamt um Vorschläge. Selbstverständlich müssten die jetzt mit dem Ausschuss und den Trägern der Jugendarbeit diskutiert werden. Für neue Vorschläge sei die Verwaltung empfänglich. Noch einmal Hastrich: „Ich würde mich freuen, wenn jemand eine Idee hat, wie wir an den Kürzungen vorbeikommen.“

Mit großer Mehrheit wurde am Ende der Diskussion eine Vorlage der CDU angenommen. Darin werden Kürzungen in der Jugendarbeit für „nicht vertretbar“ erklärt und die Verwaltung wird aufgefordert, ein neues Konzept zu erstellen.

Damit war die Debatte beendet und die Kinder und Jugendlichen verließen den Saal. Richtig laut war es nur geworden, als sie in der stickigen, heißen Luft nach Wasser verlangten. Zumindest in dieser Beziehung konnte ihnen geholfen werden. Der Hausmeister brachte Wasser und Vertreter der Kiditiative organisierten Cola und Limo.



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