Von Christian Leinweber, 06.07.10, 10:32h, aktualisiert 06.07.10, 10:35h
Doch erst einmal hieß es: Rock on! Oder besser gesagt: Sit down! „Wir machen Musik zum Hinsetzen“, erklärte Till Kampschröter, Gitarrist der Rüthener Band Jack Player. Zwei Akustikgitarren und eine westafrikanische Bechertrommel, eine Djembé: Mehr benötigte das Trio nicht, um seine wunderschönen Songs zwischen Folk und Blues, Sehnsucht und Melancholie zu spielen. Jack Player klangen wie eine akustische Version der britischen Post-Punker New Model Army, manchmal sogar wie eine verhaltene Prog-Rock Ausgabe Bob Dylans. Aber auch in den Sümpfen Louisianas fühlen sich Jack Player wohl: „There is nothing to lose, we're gonna play our lucky Blues“, sang Trommler Robbie Dale, dazu zupfte Marc Raubach eine astreine Blues-Gitarre.
Als die sechs Bochumer Musiker von Tauchsport die Bühne enterten, schnellte das Thermometer weiter hoch - auf 32 Grad, um genau zu sein. Egal, das passte wunderbar zum energiegeladenen Spiel, mit dem Tauchsport ihren Alternative Rock präsentierten. Wenn sich die amerikanische Band The Killers von ihrem pathetischen Sound verabschieden würde, so knackig könnte sie klingen: Hymnische Gitarrenriffs, treibende Rhythmen, ein bisschen Wave und eine große Portion Pop-Punk verdichteten sich zu einem erfrischend eigenständigen Sound - Melodien so bunt wie ein Bällchenbad, so groß wie das Leben.
Wie hervorragend Beatmusik und Stoner Rock zusammen passen, bewiesen darauf Tomfool aus dem Rhein-Erft-Kreis. Klanggewaltig und mit Hochgeschwindigkeit donnerte das Quartett durch sein Set und walzte mit seinem Groove genüsslich alles nieder. Beim Song „King of the Road“ rockten sie in bester No Means No Tradition, angereichert mit dröhnenden Gitarrenriffs und obercoolen Basslinien à la Clutch. Jedes Molekül im Raum war voll wabernd-wuchtigem Klang.
Als Gewinner der sechsten Vorrunde überzeugten schließlich Tauchsport Jury und Publikum gleichermaßen - Halbfinale! Unterstützt wird der „Muchstock“-Bandcontest unter anderem vom „Rhein-Sieg-Anzeiger“ und von Nicrothal Records.
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