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Tafel

Die zweite Vorsitzende hat genug

Von Timm Gatter, 21.07.10, 10:15h, aktualisiert 04.08.10, 09:20h

Zerbricht die Burscheider Tafel unter der Last ihrer Vorstandsquerelen? Wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ erfuhr, will die stellvertretende Vorsitzende Renate Lunow auf der Vorstandssitzung am Mittwoch ihren Rücktritt erklären.

Tafel Burscheid
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Renate Lunow, Anneliese Kiele und Martin Heykants (hinten von links) bei einem Termin im Winter. (Archivbild: Gatter)
Tafel Burscheid
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Renate Lunow, Anneliese Kiele und Martin Heykants (hinten von links) bei einem Termin im Winter. (Archivbild: Gatter)
Burscheid - Grund sind aus ihrer Sicht nicht nur die weiterhin anhaltenden Reibereien mit dem Vorsitzenden Martin Heykants, sondern vor allem dessen Beschaffung der Wohncontainer für den neuen Tafel-Standort in der Montanusstraße.

Heykants, der wegen seiner Amtsführung in die Kritik geraten ist, hatte in einem offenen Brief am 15. Juli Fehler eingeräumt und seine Alleingänge bedauert. In dem Schreiben war er sich aber sicher, dass der Vorstand künftig zu einer vertrauensvollen und loyalen Zusammenarbeit zurückfinden wird.

Neben den beiden Vorsitzenden bilden noch Schatzmeister Dietmar Klewinghaus und Schriftführerin Dagmar Zimmer die zerstrittene Vorstandsriege. Die beiden Beisitzer, Lothar Schneider und Hermann Greger, sind nicht stimmberechtigt. Greger hatte seine Schlüssel bereits bei der jüngsten Vorstandssitzung auf den Tisch geknallt. Er will erst wieder aktiv werden, wenn Heykants zurücktritt.

Bedauern

Renate Lunow bedauerte, dass der mildtätige Verein derart ins Gerede gekommen ist. „Leider ist eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Heykants nicht mehr möglich“, sagte sie. Das Fass zum Überlaufen brachte das vom Vorsitzenden „plötzlich“ aus dem Hut gezauberte Gutachten, wonach die Container aus dem Jahr 2001 stammen. Laut Lunow liegen ihr Prüfberichte vor, wonach die Container im Jahr 1994 gebaut wurden. „Die unter anderem in Dessau ausgestellten Prüfberichte wurden von 1994 bis 1996, 1996 bis 2001, 2001 bis Anfang 2006 sowie vom Februar 2006 bis August 2006 verfasst.“ Danach galten neue Bestimmungen etwa für die Schallisolierung. Aus Lunows Sicht wurden die gebrauchten Container mit 42 000 Euro viel zu teuer bezahlt: „Dies haben Preisvergleiche gezeigt.“

Insgesamt brachte das Spendenmarathon der Tafel 64 000 Euro - 12 000 Euro entfielen auf das Satteldach, 10 000 Euro auf die Installationen. Der Vorsitzende hatte die Verhandlungen mit der ostfriesischen Firma Steenhoff - sein Neffe war der Verhandlungspartner - erfolgreich mit dem Ziel geführt, zwölf Container für den Preis von zehn zu bekommen. Zwölf Container hätten 47 600 Euro gekostet - die Differenz zu den 42 000 Euro floss als Spende an die Tafel. Nicht nur Renate Lunow, die die Wohncontainer trotz der mutmaßlichen Überteuerung für den Tafelzweck als geeignet beurteilt, fragt sich, warum Heykants nun hastig das wahre Baujahr der Container verheimlichen will: „Das alles bedarf der Aufklärung. Aber ich kann nicht mehr.“



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