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Kostbares Nass

Der lange Weg durchs Erdreich

Von Stefan Kunze, 22.07.10, 17:53h, aktualisiert 22.07.10, 17:54h

In einer neuen Serie wirft der "Kölner Stadt-Anzeiger" einen Blick auf die Wasserversorgung im Bergischen. Diesmal geht es um die unerwarteten Folgen des Wassersparens - und wie die Stadtwerke sich darauf einstellen.

Wasser in Rhein-Berg
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Wasser in Rhein-Berg
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Rhein-Berg - Wasserleitungen müssen viele Jahrzehnte das kostbare Nass durch die Erde zu den Menschen transportieren. Ein verändertes Nutzungsverhalten kann die fein durchdachten Planungen immer wieder über den Haufen werfen: zum Beispiel der deutlich gesunkene Pro-Kopf-Verbrauch. Wasser-Spartasten an der Toilettenspülung, Waschmaschinen mit geringem Verbrauch und ähnliche Erfindungen gibt es heute in beinahe jedem Haushalt. Der Pro-Kopf-Verbrauch ist dadurch auf nur noch gut 120 Liter pro Person am Tag zurückgegangen. „Vor 30 Jahren dachte man, dass der Verbrauch eher steigt, und kalkuliert für heute mit 350 bis 400 Litern Verbrauch“, erzählte Overaths stellvertretender Stadtwerkeleiter, Detlef Schreib.

Diese Prognose lag völlig neben der tatsächlichen Entwicklung. In Overath rechnet Schreib mit einem weiteren Rückgang von ein bis zwei Litern pro Jahr. Damit müssen die Wasserversorger einen Spagat bewältigen. Einerseits könnten sie Rohre mit schmalerem Durchlass verbauen. Das Wasser stünde nicht so lange in der Leitung, wo es sich erwärmt und in der Folge die Keimbelastung steigt. Andererseits müssen die Leitungen bei Bränden gewisse Löschwasserkapazitäten garantieren, damit die Feuerwehr nicht auf dem Trockenen sitzt. In reinen Wohngebieten müssen die Rohre 800 Liter Löschwasser pro Minute bereitstellen. In Gewerbegebieten sind es 1600 Liter und in Industriegebieten sollen 3200 Liter pro Minute kein Problem sein.

Diese Anforderungen müssen die Stadtwerke kalkulieren, am besten mit Blick auf künftige Entwicklungen. Deshalb werden heute möglichst oft Ringleitungen gebaut. In der Vergangenheit glich das Leitungsnetz eher einem Baum: Wird in einem dieser Äste wenig Wasser entnommen, steht es lange in der Leitung. Das ist bei der Ringleitung anders, doch sie hat einen weiteren Vorteil: Wenn es an einer Verästelung einen Schaden gibt und das Wasser abgestellt werden muss, haben alle Anwohner hinter dieser Stelle kein Wasser mehr. Beim Kreislauf erhalten sie die Flüssigkeit im Idealfall von der anderen Seite.

Anderswo wird das Ringprinzip ebenfalls angewendet. So baute der Energieversorger Belkaw in Refrath einen Erdgashochdruckring auf. Damit können Kunden besonders im Winter bei einem Schaden trotzdem weiter beliefert werden.



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