Von Stefan Kunze, 22.07.10, 17:53h, aktualisiert 22.07.10, 17:54h
Diese Prognose lag völlig neben der tatsächlichen Entwicklung. In Overath rechnet Schreib mit einem weiteren Rückgang von ein bis zwei Litern pro Jahr. Damit müssen die Wasserversorger einen Spagat bewältigen. Einerseits könnten sie Rohre mit schmalerem Durchlass verbauen. Das Wasser stünde nicht so lange in der Leitung, wo es sich erwärmt und in der Folge die Keimbelastung steigt. Andererseits müssen die Leitungen bei Bränden gewisse Löschwasserkapazitäten garantieren, damit die Feuerwehr nicht auf dem Trockenen sitzt. In reinen Wohngebieten müssen die Rohre 800 Liter Löschwasser pro Minute bereitstellen. In Gewerbegebieten sind es 1600 Liter und in Industriegebieten sollen 3200 Liter pro Minute kein Problem sein.
Diese Anforderungen müssen die Stadtwerke kalkulieren, am besten mit Blick auf künftige Entwicklungen. Deshalb werden heute möglichst oft Ringleitungen gebaut. In der Vergangenheit glich das Leitungsnetz eher einem Baum: Wird in einem dieser Äste wenig Wasser entnommen, steht es lange in der Leitung. Das ist bei der Ringleitung anders, doch sie hat einen weiteren Vorteil: Wenn es an einer Verästelung einen Schaden gibt und das Wasser abgestellt werden muss, haben alle Anwohner hinter dieser Stelle kein Wasser mehr. Beim Kreislauf erhalten sie die Flüssigkeit im Idealfall von der anderen Seite.
Anderswo wird das Ringprinzip ebenfalls angewendet. So baute der Energieversorger Belkaw in Refrath einen Erdgashochdruckring auf. Damit können Kunden besonders im Winter bei einem Schaden trotzdem weiter beliefert werden.
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