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Tafel

Im Vorstand kehrt Ruhe ein

Von Timm Gatter, 29.07.10, 08:55h

Im Vorstand der Burscheider Tafel kehrt nach den Personalquerelen erst mal etwas Ruhe ein. Trotzdem forderte eine Mehrheit der Mitglieder eine außerordentliche Mitgliederversammlung mit Neuwahlen.

Tafel Burscheid
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Renate Lunow, Anneliese Kiele und Martin Heykants (hinten von links) bei einem Termin im Winter. (Archivbild: Gatter)
Tafel Burscheid
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Renate Lunow, Anneliese Kiele und Martin Heykants (hinten von links) bei einem Termin im Winter. (Archivbild: Gatter)
Burscheid - "Wir sind auf einem gutem Weg", zog die ehrenamtliche Helferin der Burscheider Tafel, Mitglied Beate Bublitz, Bilanz. Auf der turnusmäßigen Versammlung am Montagabend am neuen Standort hatten sich 28 ehrenamtliche Helfer und Mitglieder eingefunden. Bublitz, engagiert seit der ersten Stunde vor rund vier Jahren, überreichte dem Vorsitzenden Martin Heykants einen verschlossenen Umschlag mit der von 21 Mitgliedern unterschrieben Forderung nach einer außerordentlicher Mitgliederversammlung mit klärender Aussprache und Neuwahl des Vorstandes. Laut Satzung muss der Antrag von einem Fünftel der 79 Mitglieder unterschrieben sein - mindestens also 16.

Dazu gestern Martin Heykants: "Ich klebe nicht an meinem Amt." Wichtiger sei ihm, dass die Arbeit der Tafel fortgesetzt wird. Dies stand für die Versammlung erst gar nicht zur Debatte. Alle Helfer wollen - zumindest bis zur außerordentlichen Versammlung - bei der Stange bleiben. "Die Tafel-Idee steht für uns alle im Vordergrund", sagte etwa Roswitha Dörr. Gemeinsam mit Janne Peters - sie bringt die Lebensmittel den nicht mobilen Kunden nach Hause - hatte sie auf dem Stadtfest 900 Euro für die Tafel gesammelt: "Unser Engagement für eine gute Sache lassen wir uns nicht nehmen."

Schirmherr und Altbürgermeister Hans Dieter Kahrl, der eigens aus Uedem gekommen war, schrieb sowohl dem Vorsitzenden Heykants als auch der zurückgetretenen Stellvertreterin Renate Lunow "ins Stammbuch", Fehler gemacht zu haben. Er forderte mit Hinweis auf sein Engagement für die Tafel in seiner Heimatstadt Uedem die Helfer zum Schulterschluss auf. Dass er der nicht anwesenden Renate Lunow "unverschämten Vertrauensmissbrauch" vorgeworfen haben soll, weil sie gegenüber der Presse aus dem Vorstand berichtet hatte, erregte den Unmut einiger Mitglieder. "Noch haben wir in diesem Lande Meinungsfreiheit", rief laut vorliegenden Informationen ein Teilnehmer. Einige Missstände wären nicht ans Tageslicht gekommen, wenn die zweite Vorsitzende nicht an die Öffentlichkeit gegangen wäre.

Neben Renate Lunow hatten im Vorfeld auch Beisitzer Hermann Greger sowie die damalige Kassenprüferin Ursula Diesterhöft-Lehwald wegen nach wie vor ungeklärter Unstimmigkeiten ihre Ämter zur Verfügung gestellt oder ruhen lassen. Entscheidend für Kahrl, Heykants und Bublitz - sie strebt nach eigener Aussage keinen Vorstandsposten an - ist erst mal, Ruhe in den Verein zu bringen, um das gemeinsame Ziel nicht zu gefährden. Entsprechend haben sich zahlreiche Helfer für den am 1. und 2. August anberaumten Rest-Umzug aus dem alten Bahnhof gemeldet.

Auf der Vorstandssitzung am heutigen Donnerstagabend steht das Mitgliederbegehren im Mittelpunkt. Bereits in den nächsten Tagen, so Heykants, will sich der Schirmherr unter anderem mit ihm und Beate Bublitz treffen, um die weitere Marschrichtung zu besprechen. Für Renate Lunow rückte Jürgen Mikus in den Vorstand nach.



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