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Protest

Klares Nein zum Bebauungsplan

Von Thomas Rausch, 10.08.10, 18:16h, aktualisiert 03.09.10, 09:05h

Die Bürger in Rösrath wollen ein neues Gewerbe in Lehmbach verhindern. Sie wehren sich gegen 20 Meter hohe Industriebauten. Allerdings hat die Stadt bereits angekündigt, die Pläne verändern zu wollen.

Gelände in Lehmbach-Nord
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Das Gelände in Lehmbach-Nord soll in ein Gewerbegebiet umgewandelt werden. (Bild: Neumann)
Gelände in Lehmbach-Nord
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Das Gelände in Lehmbach-Nord soll in ein Gewerbegebiet umgewandelt werden. (Bild: Neumann)
Rösrath - „Die müssen doch ein Gefühl dafür haben, ob das alles so tragbar ist“, sagte Frank Keneder über die Verantwortlichen der Stadt Rösrath. Bei einer Versammlung im Lehmbacher Hof machte die „Bürgerinitiative gegen Lehmbach-Nord“ klar, dass sie die geplanten neuen Gewerbeflächen in Lehmbach ablehnt. In ihrem Nein zum von der Stadt vorgelegten Bebauungsplan 89 zeigten sich die über 70 Anwesenden einig.

Allerdings hat der Beigeordnete Berthold Kalsbach (SPD) bereits im Vorfeld angekündigt, die Pläne zu verändern. Die Stadt reagiert damit auf Vorbehalte der Bürger, die sich gegen 20 Meter hohe Industriebauten wenden. Laut Kalsbach soll die Höhe von 20 Metern nur noch auf einer Teilfläche zulässig sein - auf etwa einem Fünftel des Geländes, angrenzend an das bestehende Firmengelände des Kunststoffherstellers Paja. Der Planungsausschuss soll über den abgewandelten Bebauungsplan Mitte September beraten, bei der anschließenden Offenlage haben Bürger erneut Gelegenheit, Anregungen und Bedenken zu äußern.

Rund 80 Bürger haben laut Kalsbach schriftliche Einwände gegen den bisherigen Bebauungsplan vorgebracht, außerdem hat die Bürgerinitiative nach eigenen Angaben fast 1000 Unterschriften für ihr Anliegen gesammelt. Über ihre Reaktion auf die veränderten Pläne der Stadt will sich die Initiative noch vor der Planungsausschuss-Sitzung verständigen.

Kritik am Vorgehen der Stadt äußerte auch CDU-Politiker Uwe Pakendorf, der im Lehmbacher Hof ausdrücklich nicht als Parteichef, sondern als Kreistagsmitglied Stellung bezog: Die Bürgerbeteiligung reiche nicht aus, die Stadt müssen mit den Betroffenen diskutieren, sagte Pakendorf. Er bemängelte auch mehrere „Verfahrensfehler“: Ein Lärmschutzgutachten sei veraltet, ein Verkehrsgutachten fehle, die Hochwasserproblematik sei nicht ausreichend berücksichtigt. Die Stadt müsse ihre Pläne gut begründen, dann finde sie bei den Anwohnern „vielleicht mehr Verständnis“. Die Firma Paja müsse auf jeden Fall „die Chance bekommen, sich am Standort zu entwickeln“.

Von einem bedingten Ja zu neuen Gewerbeflächen wollten viele Versammlungsbesucher jedoch nichts wissen. Wolfgang Lieth lobte „sachliche und respektvolle“ Gespräche mit der Stadt, kündigte aber ein entschlossenes Auftreten der Bürgerinitiative an. Diese könne gegen die Pläne der Stadt „juristisch knackig vorgehen“. Auf Anfrage schloss er eine Verständigung allerdings nicht aus: „Wenn wir einsehen müssen, dass neues Gewerbe in Rösrath nötig ist, dann setzen wir uns damit auseinander. Dann werden wir eine konstruktive Lösung finden.“



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