Von Michael Richmann, 18.10.10, 09:03h, aktualisiert 18.10.10, 09:07h
In der ersten Prüfung wurden die Feuerwehrleute mit dem in Brand geratenen Mähdrescher konfrontiert. Mehrere junge Menschen der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) waren in die Übung einbezogen um Verletzte zu mimen und das Szenario so realitätsnah wie möglich zu gestalten.
Oberbrandmeister Thomas Schmitz erklärte derweil das Vorgehen seiner Männer: „Zunächst geht es immer darum, sich einen Überblick zu verschaffen.“ Was ist passiert? Wie viele Verletzte gibt es? Und welche weiteren Gefahren können auf die Löschmannschaften zukommen. „Die Sicherheit der eigenen Leute steht immer an erster Stelle“, erklärt der Oberbrandmeister.
Während die letzten „Verletzten“ in ärztliche und psychologische Betreuung gegeben werden - entsprechende Spezialisten sind bei Einsätzen dieser Größenordnung stets vor Ort - wird das zweite Szenario in Gang gesetzt: das Feuer des Mähdreschers breitet sich in Richtung des Waldes aus und bedroht die angrenzenden Gebäude. Weitere Löschzüge müssen alarmiert werden. Die eintreffenden Kollegen beginnen sofort mit der Arbeit.
Oftmals kompliziert
Ein Hydroschild soll verhindern, dass die Flammen auf den Hof übergreifen und weiteren Schaden anrichten, während die eigentlichen Löscharbeiten fortgesetzt werden. Das Hydrantenbuch, mit dem jeder Wagen ausgerüstet ist, hilft den Einsatzkräften, schon während der Anfahrt die Wasserversorgung zu planen. Dass sich dies oftmals kompliziert gestaltet, zeigt Szenario Nummer drei: Der Brand hat sich doch auf die Gebäude ausgeweitet, um zusätzliches Wasser zu beschaffen wird zunächst der örtliche Pool angezapft. Danach muss ein Schlauch bis zur gut einen Kilometer entfernten Klinik gelegt werden.
Während die Männer das letzte Szenario, den Brand einer mit Düngemitteln gefüllten Scheune, bearbeiten, erklärt Einsatzsprecher Jochen Maaß die Besonderheiten eines solchen Einsatzes: „Die hier theoretisch austretenden Nitrosegase stellen noch einmal eine ganz andere Gefahr dar.“ Darüber hinaus gelte es, mögliche Entwicklungen abzuschätzen. „Dazu gehört natürlich auch, im Internet die Daten des Deutschen Wetterdienstes abzurufen. Windgeschwindigkeit und -richtung haben unmittelbaren Einfluss auf das Geschehen.“
Am Ende können sich Leichlinger wie Burscheider Feuerwehrleute rühmen, gute Arbeit geleistet zu haben. „Grobe Fehler hat keiner gemacht“, erklärt Thomas Schmitz. Lediglich bei der technischen Ausstattung des Führungsunterstützungsstabes sieht er Nachbesserungsbedarf.
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