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Jugendfotopreis

Spiel mit Ball und Kamera

Von Karin Grunewald, 11.07.11, 09:28h

Imke Spatz war beim Deutschen Jugendfotopreis erfolgreich. Mit ihrer schwarz-weißen Bilderserie „Zeit zum Auftauchen. . .“ bezieht die 17 Jahre alte Gymnasiastin Stellung zum Thema Frauen und Fußball.

Fotoserie
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Ein Bild aus der Fotoserie „Zeit zum Auftauchen. . .“, für die Imke Spatz in der Kategorie „Wir sind Fußball“ prämiert wurde.
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Ein Bild aus der Fotoserie „Zeit zum Auftauchen. . .“, für die Imke Spatz in der Kategorie „Wir sind Fußball“ prämiert wurde.
Imke Spatz
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Imke Spatz hat früher selbst Fußball gespielt. Für den Fotowettbewerb hat sie sich selbst beim Kicken abgelichtet – an Orten, die zum Fußballspielen eher ungewöhnlich sind. (Bild: CA)
Imke Spatz
Bergisch Gladbach - Manch großer Unternehmer hat seine Karriere in einer Garage begonnen. Imke Spatz aus Bergisch Gladbach hat in der Garage vielleicht eine Fotokarriere begonnen, in jedem Falle aber eine Fotoserie, mit der sie einen zweiten Platz beim Deutschen Jugendfotopreis gewonnen hat. „Zeit zum Auftauchen. . .“ hat die 17 Jahre alte Gymnasiastin ihre Schwarz-Weiß-Serie genannt, die in der Kategorie „Wir sind Fußball“ prämiert wurde.

„Da ich früher selbst Fußball gespielt habe, kam ich auf die Idee, mich beim Spielen abzulichten“, sagt Imke. Die Orte, die sie dafür aussuchte, sind außergewöhnlich. Eigentlich sind sie gerade nicht außergewöhnlich – zum Fußballspielen aber eben schon. In der Garage, auf der Treppe, in Küche und Waschküche positionierte Imke Stativ, Ball und sich selbst. Die Jury begründete ihre Entscheidung so: „Spielerisch setzt sie die Mittel der Fotografie ein und findet damit eine Entsprechung zum spielerischen Umgang mit dem Ball. Das ist rätselhaft, amüsant, und vor allem: einfach sehr gut umgesetzt.“

Durch den Titel „Zeit zum Auftauchen. . .“ will Imke Spatz mit ihren Fotos eine Botschaft verbinden. „Die Geschichte hinter meinen Fotos ist, dass Frauen und Mädchen keinen Grund zum Verstecken haben“, sagt sie. „Sie können genau so spielstark, trickreich und zielstrebig sein wie männliche Fußballer.“ Die Frauen-WM im eigenen Land hält sie für das richtige Ereignis, „um endlich aufzutauchen und zu zeigen, was Frau fußballerisch draufhat“.

Bis vor zwei Jahren hat Imke Spatz selbst im Verein gespielt, zuletzt in Rheindorf. Dann löste sich die dortige Frauenfußball-Abteilung auf. Genau hier sieht Imke das Problem: „Jungs haben es immer nur zehn Minuten bis zum nächsten Fußballverein.“ Mädchen müssten meist weite Anfahrtswege in Kauf nehmen, weil viele Vereine die Sportart für sie gar nicht oder nur halbherzig im Programm hätten.

Die Zeiten, in denen Fußballregeln ein Geheimnis waren, von dem nur Männer etwas wussten, sieht Imke Spatz längst verstrichen. Sie ist Fan von Bayer 04 Leverkusen und schaut sich die Spiele auch im Stadion an. Auch ein Spiel der Frauen-WM hat sie sich in Leverkusen angesehen, zumal sie wegen der weiten Heimreise die Einladung der Jury zum Eröffnungsspiel in Berlin nicht wahrnehmen konnte.

Gleichaltrige Jungen hätten mit ihrer Fußballbegeisterung „überhaupt kein Problem“. Auch nicht damit, dass sie selbst Fußball spielt. „Die finden das völlig okay“, sagt sie, schränkt dann aber ein: „Nur als Fan die Frauen-Nationalmannschaft zu bejubeln – da haben sie dann doch irgendwie Hemmungen.“ Verstehen kann Imke Spatz das nicht. „Natürlich spielen Frauen anders als Männer. Das ist in anderen Sportarten ja auch so“, sagt sie. Der Punkt sei, dass nicht Frauen mit Männern, sondern Frauen mit Frauen verglichen werden müssten. Manchmal denke sie schon noch, „dass Fußball eine Männerdomäne ist, in die die keinen rein lassen wollen“.

Ausgerechnet bei ihrem Auslandsaufenthalt im vergangenen Jahr in Neuseeland, das nicht eben als Fußballnation bekannt ist, riss sich die Schule um ihre Fähigkeiten am Ball. Imke Spatz wurde sofort in die Schulmannschaft aufgenommen. Außerdem konnte sie an der Wellingtoner Schule Fotografie als Fach belegen und war begeistert von der technischen Ausstattung. „Jeder Computer hatte ein Programm zum nachträglichen Bearbeiten der Fotos“, sagt die Bergisch Gladbacherin. „Damit kann man wahre Wunder vollbringen.“ Der Kurs habe ihr ganz neue Blickwinkel aufgezeigt.

Ein kleines Nachspiel hatte die Fotoserie noch, in dem der jungen Fotografin von ihrem Vater beinahe die gelbe Karte drohte. Als die Eltern die Fotos sahen, war just vorher der Wäschetrockner kaputt gegangen. Die im Foto festgehaltene Szene in der Waschküche schien den Eltern in diesem Zusammenhang verdächtig. Doch die Tochter schwor, dass der Trockner im Abseits gestanden habe, und außerdem: Wer fußballerisch versiert ist wie sie, trifft ganz sicher nicht den Trockner, wenn er auf die Waschmaschine zielt.



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