Von Gisela Schwarz, 05.10.11, 16:52h
Künstler, Lyriker, Schriftsteller, Tänzer gehen ein und aus, diskutieren mit Mary Bauermeister über Kunst und Leben, kochen gemeinsam die legendäre Kürbissuppe, helfen beim Erhalt der Gartenlandschaft und des großen Hauses, das 1971 wie schon das Stockhausen-Abwesen in Kürten von dem Kölner Architekten Erich Schneider-Wessling konzipiert wurde.
An jedem ersten Sonntag im Monat öffnet Mary Bauermeister ihr Haus für Menschen, die teilhaben wollen an dem überbordenden Lebensgefühl und der Gastfreundschaft der 77-jährigen Künstlerin. Kürzlich las der Herausgeber Jochen Greven ein Essay von Robert Walser, eine junge Sängerin und Pianistin sang elegische Melodien, die das ganze Haus durchdrangen, bis zu den schwimmenden Gärten im Obergeschoss, dem Musikzimmer mit Klangschalen, Tamtams, Gitarren und Harfen.
Doch bei den Freunden und Gästen stellte sich Wehmut ein. Denn Mary Bauermeister hatte bei der Verleihung der Ehrenbürgerschaft verkündet, sie werde das Haus dem Landschaftsverband überlassen für „die Kunst und Soziales“. Längst wohnt sie nicht immer in Haus an der Hedwigshöhe, das im Winter schwer beheizbar ist, aber eine Atmosphäre der Wärme und Lebendigkeit vermittelt. Auch wurde bereits überlegt, eine Stiftung zu gründen, um das Haus, das schon jetzt ein Museum ist, dauerhaft zu erhalten als Ort der Kunst und Kultur für alle Menschen. Diese Pläne wurden jedoch nicht realisiert.
Auch für Bürgermeister Marcus Mombauer hat dieses Haus eine hohe Bedeutung. „Das Haus von Mary Bauermeister ist eine Schatzkammer, die es zu heben gilt“, begeisterte sich Bürgermeister Marcus Mombauer über die Ankündigung der Forsbacher Künstlerin, das Anwesen dem Landschaftsverband Rheinland zu überlassen. „In allem Räumen gibt es etwas zu entdecken.“ In besonderer Erinnerung sind dem Bürgermeister der Gartenturm mit der Hängematte unterm Dach geblieben. „Wenn das Anwesen an den LVR übergehen würde, wäre das eine enorme Bereicherung für die ganze Region“. Es sei ihm ein ernstes Anliegen, vermittelnd einzugreifen. Auf jeden Fall werde sich die Stadt Rösrath in den Erhalt dieser „Wunderkammer“ einbinden lassen.
Mit ihrer Idee der „Schenkung“ hat Mary Bauermeister geradezu eine Lawine der Ideenfindung losgetreten. „Auch das Max-Ernst-Museum in Brühl ist aus einer Schenkung entstanden“, erinnert sich Marc Schönberger, Kulturausschussvorsitzender in Rösrath und Mitarbeiter des LVR.„Man könnte sich auch eine Kombination mit sozialen Aspekten vorstellen.“ Das wäre ganz im Sinne der Mary Bauermeister als Menschenfreundin.
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