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Konzert

Da erblühte die Schweiz

Von Gisela Schwarz, 14.11.11, 16:50h

Der 16-jährige Dominic Chamot aus Refrath gilt nach diversen Wettbewerbs-Erfolgen schon länger als Geheimtipp unter den Nachwuchs-Pianisten. Nun ließ er sich an seiner ehemaligen Schule hören und spielte zum Besten des Fördervereins des Otto-Hahn-Gymnasiums.

Chamot
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Dominic Chamot gilt als Geheimtipp unter den Nachwuchs-Pianisten. (Bild: Gisela Schwarz)
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Dominic Chamot gilt als Geheimtipp unter den Nachwuchs-Pianisten. (Bild: Gisela Schwarz)
Bergisch Gladbach - Was er spielte, hatte Bezug zum Listzt-Jahr, und das Programm hatte es in sich: das erste Jahr von Franz Liszts „Années de Pélerinage“, sozusagen die ganze Schweiz erblühte unter seinen Fingern. Der junge Refrather entlockte dem Schulflügel im eher wenig glamourösen Saal eine ungeahnte Palette von Farbwerten, schon bei der einleitenden „Chapelle de Guillaume Tell“ ließ er die Bensberger Umgebung vergessen. Er traf sofort die Balance zwischen brillanter Leichtigkeit und romantischer Stimmung, die weit gespannte Bögen, zarte Farben und differenzierten Pedal-Gebrauch verlangt und die eigentlich eher Sache der älteren, abgeklärteren Pianisten ist. Mit gutem Gespür für Wirkungen und einer unaufdringlichen Transparenz der Stimmführungabsolvierte er gerade die langsamen Sätze der „Pilgerschaft“ in einer Ruhe und Durchdringung, die bei jungen Pianisten oft hinter der Virtuosität – die hat er auch, und zwar mit überzeugend kontrolliertem Spiel – zurücktreten muss.

Aber richtig zulangen nach Art des jungen Virtuosen, wie es ja auch Liszt zum Zeitpunkt der Komposition war, durfte er dann im „Orage“. Da konnten dann die Kräfte für das Kernstück, das romantisch-ideale „Vallée d’ Oberman“ schon einmal freigegeben werden. Die letzten drei Stücke des tonal so in die Zukunft weisenden Zyklus’ ließen wieder vor allem den poetischen Ton entwickeln und bewiesen, dass Chamot offenbar auch die geistige Auseinandersetzung mit seinem Repertoire nicht scheut: Da klingt die Idee der Vereinigung aller Künste in der Musik mit, der Liszt zunehmend seine Schriften widmete. Doch besonders an diesem Abend war es nicht nur der Schüler als Klaviervirtuose, sondern auch die ebenso unterhaltende wie kenntnisreiche Moderation und Programmgestaltung der Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Musik am Otto-Hahn-Gymnasium, die sich getrost ein exzellentes Niveau bescheinigen lassen darf. Dass die eingeblendeten Bilder aus der Schweiz aus der Feder von Liszts Komponistenkollegen Mendelssohn stammten, machte den Abend nur noch runder.



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