Von Gisela Schwarz, 23.11.11, 17:20h
Agger und Sülz fließen mit mittlerem Niedrigwasser zwar gerade ganz gemächlich daher, aber mit Pegelständen zwischen 37 und 40 Zentimetern seien die Fische nicht gefährdet, sagte Lothar Schmachtenberg von der Gewässerunterhaltung des Aggerverbandes: „Die größeren Fische wandern abwärts in tiefere Gewässer, wenn sie zu oft mit dem Bauch auf dem Kiesschrammen.“ Sechs Grad sei das Wasser kalt, der Sauerstoffgehalt mit 90 Prozent gut gesättigt – da gehe es auch den Makro- und Mikroorganismen gut.
Wenn der Wasserstand abfalle, verzögen sich die Kleinstlebewesen in die Sohle der Flüsse, wo noch ausreichend Feuchtigkeit und ein Wasserpolster vorhanden sei. Auch um den Fischbestand in der Strunde muss man sich keine Sorgen machen. „Der kleine Fluss führt traditionell viel Wasser“, gab gestern Pressesprecher Stefan Kunze über das Gewässer bekannt, das in der Zuständigkeit des Strundeverbandes liegt. „Weil er aus Karstquellen gespeist wird, sind die Wasserstände das ganze Jahr über gleichmäßig.“ Früher sei die Strunde deshalb als „fleißigster Bach Deutschlands“ bezeichnet worden, ein verlässlicher Antrieb für die vielen Mühlen im Strundetal.
Bei den Landwirten im Bergischen Land ist ein wenig Gelassenheit eingekehrt. Heu und Stroh sind nach der Trockenheit im Frühsommer zwar knapp und sehr teuer, aber der Spätherbst mit seiner ungewöhnlichen Wetterlage nutzt nicht nur den Landwirten. „Die Rinder konnten lange draußen bleiben, vereinzelt stehen sie immer noch auf den Weiden“, berichtete Kreislandwirt Lothar Stinn. „Denen macht so ein bisschen Nachtfrost überhaupt nichts aus – sie fühlen sich noch ganz wohl an der frischen Luft. “ Selbstverständlich müssten die Tiere zugefüttert werden, denn das Wachstum des Grünlandes sei längst abgeschlossen. Auf der trockenen Grasnarbe müssten die Bauern auch keine Trittschäden durch die Rinder befürchten. Bei nassen Weiden würden die schwergewichtigen Tiere in dieser Jahreszeit nur noch im Matsch waten und das Wurzelwerk schädigen. Trotz der Trockenheit steht bereits die Wintergerste auf den wenigen Äckern im Bergischen Land fünf bis sechs Zentimeter hoch. „Die mangelnde Feuchtigkeit macht den Pflanzen gar nichts aus, sie haben jetzt ohnehin bis zum Frühjahr Wachstumspause“, berichtet der Kreislandwirt. Eine große Rolle spiele der Gerstenabbau hierzulande aber sowieso nicht – das Bergische Land sei eben ein typisches Mittelgebirgs-Grünland.
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