Von Jutta-Eileen Radix, 07.12.11, 16:47h
Die Künstlerinnen eint das Bedürfnis, sich mit elementaren Werten auseinander zu setzen und diese in ihr künstlerisches Schaffen einfließen zu lassen. Bei der gebürtigen Karlsruherin Birgit Katemann ist dominantes Thema der Lebenskreislauf, die Unendlichkeit des Werdens, Vergehens, Neuwerdens.
Die Lehrerin hat sich intensiv mit indischen und archaischen Philosophien auseinander gesetzt und greift auf uralte Farbsymbolik zurück, ebenso wie auf die Kreisform, die Spirale, die liegende Acht oder das Mandala. Acrylfarbe, teils mit Sand strukturiert, wählt Katemann für ihre Bilder, die den Moment festhalten, zugleich auf den steten Fluss der Dinge hinweisen sollen. Die Bilder und Objekte von Marie-Claude Maqua-Klein lassen sich biografisch erklären: Die Belgierin besitzt noch heute ein Atelier in den Ardennen.
Für die Künstlerin ist es wichtig, die Vergangenheit, die Familiengeschichte mit dem Heute zu verbinden, Erinnerungen zu bewahren und in die Zukunft mitzunehmen. Ausdruck dieses Bedürfnisses ist beispielsweise eine Leinwand, gestaltet mit Schieferpulver und Farbe, die zur Tasche gefaltet wurde – darin, sagt Marie-Claude Maqua-Klein, seien ihre „Dokumente“, ihre wichtigsten Werte aus der belgischen Vergangenheit. Ein Zufall brachte die Bergisch Gladbacherin dazu, Schiefer als Material zu verwenden: „Im Jahr 2000 bin ich regelrecht über im Boden vergrabene alte Schieferschindeln gestolpert, die jemand vielleicht wieder verwenden wollte. Da habe ich angefangen, diesen Schiefer zu bohren, zu schneiden, auf Edelstahlstangen zu fädeln.“ Inzwischen hat Maqua-Klein mehrere Verfahren entwickelt: Sie malt auf Schiefer, mit Schieferpulver oder nutzt Bohrabfall auf der Leinwand. „Umwandlungsprozesse“, Vernissage: Freitag, 9. Dezember, 19.30 Uhr, Kieser Training, Odenthaler Straße 19.
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