Von Kerstin Hedrich, 09.01.12, 17:14h
Bei der Wasserpumpe handelt es sich um eine so genannte Balancierdampfmaschine, die 1885 von der Firma Klein, Schanzlin & Becker in Frankenthal gebaut wurde. Ursprünglich wurde sie mit Dampf betrieben, wobei der Dampf oberirdisch erzeugt und in die Grube geleitet wurde. Um die Arbeitsweise zu demonstrieren, wurde die Pumpe im Museum nachträglich mit einem Elektromotor ausgestattet.
Auf der gusseisernen Mittelsäule sitzt, ähnlich wie bei einer Waage, ein beweglicher Balken. Daran sind die Pumpenzylinder angebracht, die mittels Schwungrad angetrieben werden. Setzt sich der eiserne Koloss in Bewegung, kann es ganz schön laut werden. Es stampft und zischt, und der Besucher bekommt einen kleinen Eindruck davon, unter welchen Bedingungen die Bergleute unter Tage gearbeitet haben. „Das Geräusch kommt dem Original sehr nahe“, sagt Ommer.
Die mehrere Tonnen schwere Maschine konnte natürlich nicht als Ganzes in die Grube gebracht werden. Sie musste in Einzelteile zerlegt, unter Tage geschafft und vor Ort wieder zusammengesetzt werden. Leider sind für die Maschine, die bereits seit 1930 im Museum steht, keine Dokumente mehr vorhanden. „Wir vermuten aber, dass sie in der Grube Berzelius oder Weiß eingesetzt war“, so der Bergbauexperte. Er fügt hinzu: „Diese Maschinen waren für die Arbeit unter Tage eine große Verbesserung.“ Wurde vorher das Grubenwasser mit Menschen- oder Pferdekraft aus den Schächten herausgebracht, so übernahmen Ende des 19. Jahrhunderts leistungsstarke Dampfmaschinen diese Arbeit. Damit war es dann auch möglich, in immer größere Tiefen vorzudringen. Heute übernehmen elektrisch betriebene Kreiselpumpen die Wasserregulierung unter Tage.
Das Bergische Museum für Bergbau, Handwerk und Gewerbe, Burggraben 9-21 in Bergisch Gladbach-Bensberg, ist dienstags bis freitags von 10 bis 17 Uhr geöffnet, samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr (Montag ist Ruhetag), ☎ 02204/5 55 59.
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